Amerika,  National Park

USA Nordwesten: Vom Yellowstone in den Grand Teton NP

Abschied vom Vulkan und Hallo Bergpanorama: Nach den frostigen Tagen im Yellowstone-Nationalpark wendet sich das Blatt. Endlich bricht die Sonne durch und verwandelt den Roadtrip in ein echtes Spätsommer-Märchen. Ich verabschiede mich mit ein paar letzten, faszinierenden geothermischen Eindrücken aus dem Yellowstone, um spontan ein neues Kapitel aufzuschlagen: Es geht in den majestätischen Grand Teton National Park, wo mich Postkarten-Panoramen, wohlverdienter Camping-Luxus und ein Hauch von Heimat erwarten.

Sonnenaufgang über dampfenden Quellen

In der Frühe ging es für mich erst einmal wieder an einen Haltepunkt ausserhalb des Campgrounds. Hier konnte ich in aller Ruhe die Heizung laufen lassen und den beginnenden Tag beobachten. Mein Stellplatz lag dieses Mal knapp unterhalb der Terrace Spring, sodass ich die Quelle im Hintergrund mystisch dampfen sah, während mein Blick gleichzeitig über eine riesige, weite Wiese schweifte. Als dann langsam die Sonne hinter den Bergen hervorbrach, war die Freude riesig: Das erste Mal seit Tagen konnte ich ohne dicke Jacke aussteigen – die Luft war herrlich mild und angenehm.

Gut aufgewärmt steuerte ich den südlichen Teil des Parks an. Mein erster Stopp führte mich zum Fountain Paint Pot. Hier bietet der Park noch einmal das volle Programm: brodelnde Schlammlöcher, farbenprächtige kochende Töpfe und zischende Geysire.

Kurz vor der Einfahrt zum Parkplatz gab es übrigens das nächste Wildlife-Highlight: Ein Bison passierte seelenruhig direkt vor mir die Strasse. Was auch immer der Kollege dort vorhatte – vielleicht war er auf dem Weg zu einer morgendlichen Schlammpackung – es ging einfach zu schnell, um ihn zu fragen. 🙂

Ein wunderschöner Rundweg führte mich an den verschiedenen thermalen Stationen vorbei. Einer der dortigen Geysire sprüht ununterbrochen heisses Wasser und Dampf in die Luft, wodurch das gesamte Areal schon von Weitem durch seine mächtigen Dampfsäulen zu sehen ist. Die umliegenden Bäume sind aufgrund der extremen Mineralienzusammensetzung des Wassers komplett abgestorben – eine surreale, aber absolut faszinierende Kulisse.

.

Aller guten Dinge sind drei: Grand Prismatic Spring (Teil 3)

Im Anschluss hielt ich tatsächlich noch ein drittes Mal an der Grand Prismatic Spring. Richtig gelesen, nach den zwei Versuchen gestern wollte ich es nun unbedingt wissen: Kann diese gigantische Quelle bei strahlendem Sonnenschein die Farben noch intensiver leuchten lassen? Die ehrliche Antwort lautet: Jein. Die Farben im flachen Wasser am Rand waren durch das Sonnenlicht zweifellos extrem intensiv, allerdings war es an diesem Morgen trotz des klaren Himmels noch recht kühl. Der dadurch aufsteigende, dichte Wasserdampf hat den freien Blick dann leider doch wieder etwas getrübt.

Weiter führte mich der Weg zum West Thumb Geyser Basin. Dieses Geysirfeld hat eine ganz besondere Lage, denn es liegt unmittelbar am Ufer des riesigen Yellowstone Lake. Es besteht aus verschiedenen kleinen Heisswasseraustritten und tiefen Löchern, die entweder in strahlendem Blau schimmern oder durch die hitzeliebenden Bakterien bunte Farbenspiele erzeugen. Hier konnte ich viele der geologischen Besonderheiten des Yellowstone noch einmal wie in einem Miniatur-Kompaktformat auf engem Raum bewundern.

Mit diesem Stopp endete mein großes Yellowstone-Abenteuer. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich stolze 288 Meilen (rund 464 km) im Nationalpark zurückgelegt – und das wohlgemerkt seit dem letzten Tankstopp kurz vor dem Parkeintritt!

Spontaner Wechsel und der Traum vom „Full Hookup“

Da ich die wichtigsten Highlights im Yellowstone nun im Kasten hatte, beschloss ich spontan, schon einen Tag früher als geplant in den Grand Teton National Park zu wechseln. Dieser schliesst sich im Süden praktischerweise unmittelbar an den Yellowstone an. Der Weg zwischen den beiden Parks ist wunderschön zu fahren, und der eine oder andere kleine Fotostopp machte die Fahrt extrem kurzweilig. 🙂

Zuerst steuerte ich jedoch meinen neuen Campingplatz an, um den Check-in zu erledigen. Nach den vergangenen, eiskalten Nächten im Yellowstone ohne jegliche Anschlüsse war mir dieses Mal nach echtem Komfort: Ich hatte mir einen Platz mit „Full Hookup“ (also direktem Anschluss für Strom, Frischwasser und Abwasser) gebucht – herrlich unkompliziert! 

.

Postkarten-Panoramen im Grand Teton

Frisch angemeldet ging es direkt hinein in den Grand Teton National Park. Ich klapperte verschiedene Aussichtspunkte ab, die allesamt einen grandiosen Blick auf die markante, steil aufragende Kette des Grand Teton und die umliegenden Berge ermöglichten. Am besten hat mir dabei der Jackson Lake Dam gefallen. Bei den wunderbar warmen Temperaturen sass ich eine ganze Weile auf dem Damm und genoss das gewaltige Bergpanorama vor mir.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Chapel of the Sacred Heart – einer wunderschönen, kleinen Holzkapelle aus dem Jahr 1937, die nach den Ereignissen vom 11. September 2001 von Familien aus New York und Montana zum Gedenken an die Opfer liebevoll renoviert wurde – erreichte ich die Signal Mountain Lodge.

Dort gönnte ich mir in der herrlichen Mittagssonne auf der Aussenterrasse eine heisse Schokolade und ein Stück Kuchen, mit direktem Blick über den glitzernden See auf die schneebedeckten Gipfel. Der Anblick ist wirklich traumhaft schön – auch wenn ich im Stillen zugeben musste, dass unsere Schweizer Alpen bei diesem Panorama sehr gut mithalten können. 🙂

Nachdem ich die malerische Strecke noch bis nach Moose weitergefahren war und mich zwischendurch immer mal wieder über plötzliche, unerwartete Funkverbindungen auf dem Smartphone freute, ging es am Abend zurück zum Campground. Angeschlossen an Strom und Wasser liess ich den perfekten Roadtrip-Tag tiefenentspannt ausklingen.

Entfernung: Vom Yellowstone Lake über West Thumb nach Moose / Grand Teton NP (275 km – 175mi)

Übernachtung – Campground:

Headwaters RV Park at Flagg Ranch

$81 (70 €)

Ich hatte diesen Platz sehr spontan online reserviert und bezahlt. Leider muss ich die oft gelesenen Urteile, dass der Platz viel zu teuer ist (gemessen an Preis-Leistung) bestätigen. Unser Platz war laut Aussage des Platzwartes der „letzte“ verfügbare Platz – direkt am Eingang und nach dem Regen der vergangenen Tage ein Schlammloch (und trotz Reklamation, gab es auch keine andere Option). Wir bekamen zwar Holzpaletten, damit wir trockenen Fusses zum Mobil und und weg kamen, aber trotzdem war es nicht schön. Auch gibt es hier kein Internet bzw. Wifi… Ok, Luxusproblem, aber hey „$80“… Auf der anderen Seite an der Tankstelle gibt es ein Wifi, aber da rumlungern, um ein paar Posts abzusetzen – eher nicht. 

Empfehlung: ☆☆☆☆☆

Nie wieder!!! Für mich ist klar, dass ich hier nie wieder übernachten würde. Der Platz an sich ist ok. Die Lage auch. Aber Preis-Leistung stimmen einfach nicht. Da kann man an jedem anderen Campground besser übernachten. 

USA Nordwesten: Aufenthalt im Yellowstone NP
USA Nordwesten: Vom Grand Teton NP nach Twin Falls

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner