
Kanada Roadtrip Tag 4: Sonnenaufgang am Glenbow Ranch und die Magie des Icefields Parkway
Man sagt, der frühe Vogel fängt den Wurm – in den kanadischen Rockies fängt er vor allem das beste Licht. Um 6:04 Uhr rollte mein RV bereits vom Hof in Calgary. Mein Ziel: Banff und die legendäre Strasse der Gletscher.
Die Strassen waren zu dieser unchristlichen Zeit fast menschenleer, und ich kam zügig voran. Doch schon nach kurzer Zeit zwang mich die Schönheit der Natur zu einem ersten Halt.
Gänsehaut-Moment im Glenbow Ranch Provincial Park
Gegen 6:51 Uhr erreichte ich den Glenbow Ranch Provincial Park. Es war bitterkalt, das Thermometer zeigte kaum 5 Grad, aber der Anblick entschädigte für alles: In der Ferne erhoben sich die ersten Gipfel der Rocky Mountains, während dichte Nebelschwaden wie Watte in den Tälern hingen. Als die Sonne langsam den Horizont durchbrach und den Nebel in ein goldenes Licht tauchte, war die Kälte vergessen. Ein Moment der absoluten Stille, bevor das Abenteuer richtig losging.






Durch die Nebelwand nach Banff
Die Weiterfahrt gegen 7:30 Uhr war fast surreal. Kurz nach dem Park tauchte ich in ein massives Nebelfeld ein. Die Sicht sank schlagartig auf wenige Meter, die Sonne war weg. Doch so schnell der Spuk kam, war er auch wieder vorbei: Wenige Kilometer weiter empfing mich strahlender Sonnenschein.





Gegen 9:00 Uhr erreichte ich Banff. Der Kontrast zur Ruhe am Morgen war gewaltig – der Ort war bereits jetzt, am Vormittag, vollgestopft mit Touristen. Ich hielt mich nicht lange auf, checkte auf meinem Campground ein und machte den RV bereit für die eigentliche Etappe des Tages.
Umwege und Panorama-Glück: Der Bow Valley Parkway
Eigentlich wollte ich den Highway 1A, besser bekannt als Bow Valley Parkway, direkt ab Banff befahren. Da das erste Teilstück wegen einer Baustelle gesperrt war, musste ich zunächst auf den Trans-Canada Highway No. 1 ausweichen. Dieser ist zwar vierspurig und effizient, bietet aber kaum Haltepunkte zum Fotografieren.



Auf der Höhe des markanten Castle Mountain – der mit seinen zackigen Türmen fast wie eine mittelalterliche Festung aussieht – konnte ich endlich auf den 1A wechseln. Diese Strecke ist wesentlich entspannter, schmiegt sich eng an die Natur und bietet immer wieder fantastische Ausblicke.
Das Tor zum Norden: Der Icefields Parkway
Nach einem kurzen Verbindungsstück bei Lake Louise bog ich schliesslich auf den Highway 93 ab – den weltberühmten Icefields Parkway. Er gilt völlig zu Recht als eine der schönsten Fernstrassen der Welt.
Die Strecke führt vorbei an tiefblauen Bergseen und uralten Gletschern. Obwohl man sich manchmal mehr Haltepunkte wünschen würde, ist jeder Parkplatz ein Treffer. Besonders beeindruckend sind die Eisfelder in den hohen Lagen. Ein kleiner Tipp: Die volle Pracht der Gletscher sieht man oft erst so richtig, wenn man die Strecke von Nord nach Süd befahren hat (was ich auf meinem Rückweg geniessen durfte), da man dann direkt auf die weissen Riesen zusteuert.












Feierabend im Nationalpark
Gegen 17:00 Uhr erreichte ich wieder meinen Campground. Das Leben im RV ist herrlich unkompliziert: Strom anstöpseln, fertig ist das Zuhause. Zum Abendessen gab es ganz klassisch Nudeln mit Tomatensosse, gekrönt von einer Portion Eiscreme als Dessert.





Glücklich, zufrieden und mit einer Speicherkarte voller Bergmotive fiel ich bereits gegen 21:00 Uhr in einen tiefen Schlaf. Die dünne Bergluft und die vielen Eindrücke forderten ihren Tribut.


