Aus-&Umbau,  Wohnmobil

Nachrüstung einer Solaranlage und LiFePo4-Batterie

Da ich in diesem Frühjahr nicht so reisen konnte, wie ich es gerne gemacht hätte, habe ich mich darum gekümmert, Hugo autark zu machen. Nachdem ich die Gastankflaschen installiert hatte, ging es an die Stromversorgung. Grundsätzlich sind Wohnmobile ja mit einer Aufbaubatterie versehen und können auf den Plätzen mit Landstrom versorgt werden. Auch während der Fahrt erzeugt die angepasste Lichtmaschine entsprechenden Ladestrom für die Batterien.

Wenn man mal nicht fährt, braucht es eine alternative Stromquelle, die einen vom Landstrom unabhängig macht. Klar könnte man einen kleinen Generator anschaffen, aber mal ehrlich, wer will das in der Natur (Lärm und Gestank). Es gibt auch noch Gasgeneratoren, die aber auch Platz im Wohnmobil wegnehmen.

Die Solaranlage

Also habe ich mich für die Installation von Solarzellen entschieden. Da ich gar nicht so viel Platz auf dem Dach habe (drei Dachluken und eine Sat-Anlage sind schon vorhanden), starte ich mal mit 160Watt (Büttner MT 160 – 2 MC). Das System kann bei Bedarf um weitere 75Watt erweitert werden. Nach einer Recherche habe ich mich für einen deutschen Hersteller entschieden, der seine Solarmodule extra für Reisemobile auslegt.

Ich haben im Internet einiges dazu gelesen und dann beschlossen, dass ich die Installation selbst vornehmen kann. Wenn man ein bisschen handwerklich begabt ist und die Grundlagen einer 12V-Stromanlage verstanden hat ist das eigentlich keine so grosse Herausforderung.

Das Solar-Set bringt alles mit, was man für die Installation braucht. Die eigentlichen Module mit entsprechenden Halterungen, alle Kabel, den Ladestromregler, die Dachdurchführung und das Material zum vorbehandeln und verkleben der Bauteile auf dem Dach.

Im Vorfeld hatte ich mit meiner Drohne und zwei Meterstäben die Dachfläche vermessen. Somit wussten ich, welche Module ich brauchte und wo diese installiert werden. Die Halterungen für die Module werden auf die Dachfläche geklebt. Hierfür wird diese gereinigt, angeschliffen und vorbereitet. Anschliessend erfolgt die Verklebung mittels einem Spezialkleber. Bis zum finalen Anschluss des Systems müssen die Module abgedeckt bleiben, damit sie spannungsfrei sind. Hierfür habe ich den Versandkarton zurechtgeschnitten und mittels Klebeband auf der Moduloberseite fixiert.

Wenn die Verklebungen trocken und fest sind (ca. 24h später) werden die Solarmodule miteinander verbunden und das Kabel in den Innenraum angeschlossen. Dort geht es in den Ladestromregler, welcher wiederrum mit den Batterien verbunden wird (es kann in der Regel die Aufbau und die Fahrzeugbatterie geladen werden). Dann die Abdeckung der Module entfernt und schon lieferte die Sonne Energie für Hugo.

Ergänzend habe ich noch eine Fernanzeige installiert, an der ich jederzeit den aktuellen Ertrag ablesen kann. 

Fernanzeige

Nachdem dieser Teil erledigt war, ging es im nächsten Schritt um die Speicherung des Stroms.

Batterie

Die bisherige 80Ah Gelbatterie schränkte mich bauartbedingt wohl etwas ein. Also musste auch noch eine neue 200Ah LiFePo4 her. Diese hat zwar etwas mehr Volumen, aber dafür weniger Gewicht. Mittels Bluetooth-Shunt kann ich den Verbrauch und Ladestand nachvollziehen.

Weil die neue Batterie nicht mehr unter den Beifahrersitz passte, habe ich sie kurzerhand in das Staufach unter dem kleinen Sitz im Wohnbereich „umgezogen“. Der Platzverlust ist für mich nicht wirklich schlimm und gleichzeitig ist die Batterie immer noch nah an allen relevanten Anschlüssen. Unter dem Sitz habe ich entsprechende Verteiler auf einem Brett installiert und dann die Kabel zur Batterie geführt. Von dort aus laufen diese über einen Messshunt und zum Wechselrichter. Für eine ordentliche Fixierung der Batterie habe ich entsprechende Halterungen von Truma und kleine Winkel eingebaut. Damit sitzt die Batterie sicher und festverbunden. Daneben ist immer noch Platz für Schuhe und Handfeger.

Gleichzeitig habe ich die Lampen und Leuchten konsequent auf LED umgestellt. Nun kann ich also auch ohne Sonne, rein rechnerisch, zwischen 7 bis 10 Tage frei stehen.

Wechselrichter

Als letztes gab es noch einen Wechselrichter, damit auch mal ein Fön oder die Kaffeemaschine laufen kann. Auch hier enthielt das Set alle notwendigen Teile. Neben dem Wechselrichter waren dies noch die entsprechend querschnittsstarken Kabel und ein Erdungskabel. Letzteres habe ich an einen Karosserieerdungspunkt gezogen und dort angeschlossen. Der Wechselrichter ist direkt hinter dem Beifahrersitz installiert. Dort ist er ohne weiteres zu erreichen und hat auch ausreichend Luft. Ausserdem habe ich den Abstand für den vorhandenen Kabelquerschnitt eingehalten. Bei einem anderen Installationsort, wäre der Kabelquerschnitt noch grösser geworden.

Ich habe drauf geachtet, einen Wechselrichter mit reiner Sinuswelle zu verbauen. Dies ist vor allem für den Betrieb von Kaffeekapselmaschinen wichtig. Mein Büttner Elektronik PowerLine PL 1500 SI Sinus-Wechselrichter kann einen konstantem Strom von 1500 Watt liefern und in der Spitze kurzfristig bis zu 2600 Watt bereitstellen. Damit steht dem Betrieb der Lavazza Jolie nichts mehr im Wege.

Upgrade in der Heckgarage

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