
Zandvoort ich komme
Zurück an der geliebten Nordsee: Heute geht es endlich wieder an die Küste! Das Ziel ist das idyllische Bloemendaal aan Zee, das sich direkt an den bekannten Ferienort Zandvoort anschmiegt. Schon im Vorjahr durfte ich hier während eines Kurztrips ein paar unvergessliche Tage verbringen. Die Region besticht durch die perfekte Kombination aus wilder Meeresbrandung, einem geschützten Nationalpark und der unmittelbaren Nähe zu Amsterdam. Auch wenn ein City-Trip in die Metropole aufgrund der aktuellen Pandemielage dieses Mal flachfällt, ist die Vorfreude auf das raue Küstenflair riesig.
Ein Zwischenstopp im schwedischen Möbelhaus
Bei herrlichem Sonnenschein und bestem Reisewetter startete ich den Motor von Hugo. Da die Route mich direkt an Haarlem vorbeiführte, beschloss ich spontan, einen Zwischenhalt beim dortigen IKEA einzulegen. Für die finale Optimierung der Wohnmobilausstattung fehlte mir nämlich noch die eine oder andere nützliche Kleinigkeit.
Nach einer entspannten Stunde Fahrt erreichte ich das schwedische Möbelhaus und fand mit dem Camper problemlos einen geeigneten Parkplatz. Auch in den Niederlanden waren die allgegenwärtigen Corona-Hygienemassnahmen spürbar: Der reguläre Haupteingang war komplett verriegelt, und die Besucherströme wurden gezielt über einen Nebeneingang ins Gebäude geleitet. Eine Mitarbeiterin überwachte dort akribisch den Einlass, achtete penibel auf die Handdesinfektion und liess die Kunden immer nur paarweise eintreten.
Wie es bei einem Besuch in diesem Möbelhaus Tradition ist, landeten am Ende nicht nur die gezielt gesuchten Dinge im Einkaufskorb, sondern auch ein paar praktische Kleinigkeiten, die vorher überhaupt nicht auf meinem Zettel standen. 🙂
Dünen-Camping auf „De Lakens“
Nach dem erfolgreichen Einkauf setzte ich die Fahrt fort. Ich hatte im Vorfeld vorsorglich einen Stellplatz auf dem beliebten Campingplatz „De Lakens“ reserviert. Da die europäischen Länder ihre Reisebeschränkungen Schritt für Schritt lockerten, zog der Camping-Boom spürbar an, und die gefragten Plätze an der Küste füllten sich rasant. Die Anlage liegt spektakulär mitten in den geschützten Dünen unmittelbar am Meer und war zu diesem Zeitpunkt bereits restlos ausgebucht.
Nach der unkomplizierten Anmeldung an der Rezeption machte ich mich auf die Suche nach meiner Parzelle. Das Areal ist wirklich weitläufig und riesig, sodass ich erst einmal eine ganze Weile über das wellige Gelände kurven musste. Am Stellplatz angekommen, war Hugo mit ein paar geübten Handgriffen schnell an den Strom angeschlossen und perfekt für die nächsten Tage ausgerichtet.
Fischbrötchen-Nostalgie und Erdbeer-Limonade
Das fantastische Wetter lockte mich sofort wieder nach draussen. Ich machte das Fahrrad startklar und brach zu einer ersten Erkundungstour nach Zandvoort auf. Vom Campingplatz aus führt ein hervorragend ausgebauter, breiter Radweg immer direkt an der Küstenlinie entlang. Mit freiem Blick auf die funkelnde Nordsee rollte ich gemütlich gen Süden.


In Zandvoort angekommen, steuerte ich gezielt die Gegend rund um meine letztjährige Airbnb-Unterkunft an. Ich hatte die leise Hoffnung, dass der traditionelle Fischwagen von damals noch an Ort und Stelle stehen würde – und ich wurde nicht enttäuscht! Der Wagen war geöffnet, und ich gönnte mir erst einmal eine Auswahl an fangfrischen, landestypischen Fischköstlichkeiten.


Nach diesem kulinarischen Pflichtprogramm schloss ich das Fahrrad ab und spazierte hinunter an den breiten Sandstrand. Im stylischen Strandpavillon Hippie Fish – einer absolut genialen Location mit direktem Meerblick – genoss ich im Anschluss eine eisgekühlte, erfrischende Strawberry Lemonade und liess mir die salzige Meeresbrise um die Nase wehen.



Grill-Küche und ein plötzlicher Wolkenbruch
Zurück am Stellplatz war am Abend wieder die bordeigene Küche gefragt: Ich warf den Grill an und bereitete mir ein paar saftige Burger zu. Bereits auf dem Rückweg von Zandvoort hatte sich der Himmel am Horizont bedrohlich zugezogen, und die dichten Wolken kündigten wettertechnisch nichts Gutes an.
Mein Timing war jedoch sekundengenau: Exakt in dem Moment, als ich den letzten Bissen aufgegessen hatte, öffnete der Himmel seine Schleusen, und es begann zu regnen. Ich packte hastig das Geschirr und die Stühle zusammen. Binnen Sekunden entwickelte sich der Schauer zu einem extrem heftigen Wolkenbruch. Auf dem Tuch der ausgefahrenen Markise sammelten sich in kürzester Zeit solche Wassermassen, dass ich den Neigungswinkel der Gelenkarme mitten im prasselnden Starkregen schleunigst extrem anschrägen musste, damit das Wasser ablaufen konnte. Bei dieser spontanen Rettungsaktion holte ich mir prompt eine gehörige Abkühlung und wurde klatschnass. 🙂
Im Laufe der Nacht verzog sich das Unwetter glücklicherweise wieder, und das gleichmässige, sanfte Prasseln der verbleibenden Tropfen auf dem Dach von Hugo begleitete mich in einen tiefen, erholsamen Schlaf.
Etappe: Lelystad – Haarlem – Bloemendaal aan Zee / Zandvoort (ca. 85 km im Wohnmobil)
Übernachtung – Campground:
Campingplatz „De Lakens“
120,00 € für 2 Nächte
Der Campingplatz ist ziemlich gross und bietet dank seiner Animationsprogramme und Spielplätze einen Ferienmagneten für Familien. Die Duschen und WC sind wirklich gepflegt und ordentlich. Ausserdem fanden wir den Platz eher teuer. Wir hatten nur noch einen Platz auf der „Comfort Area“ bekommen. Diese werben unter anderem mit einer eigenen Hängematte. Wir fanden es allerdings sehr schade, dass es zwischen den einzelnen Plätzen nicht einmal kleine Abgrenzungen gibt.
Empfehlung: ★★★☆☆
Für unseren Geschmack ist dieser Campingplatz etwas zu gross. Er richtet sich an Familien, die gerne länger auf einem Platz sind. Die Lage allerdings ist top.


