Amerikanischer Schwarzbär
Amerika,  National Park

Kanada Roadtrip: Bären-Magie in Ucluelet und Sturmtage in Tofino

Der Wecker klingelte bereits um 6:00 Uhr, denn heute stand ein absolutes Highlight auf dem Plan: Bear Watching. Die kühle Morgenluft und die Ruhe im Hafen von Ucluelet bildeten den perfekten Rahmen für den Start in diesen besonderen Tag.

Dank der guten Vorab-Info fand ich den speziellen RV-Parkplatz im Ort sofort. Er bietet Platz für drei bis vier grosse Fahrzeuge, und da ich so früh dran war, hatte ich die freie Auswahl. Es ist einer dieser Momente, in denen man die Vorzüge eines Wohnmobils so richtig schätzt: Während ich nur 200 Meter vom Ablegeplatz der Boote entfernt parkte, konnte ich in aller Ruhe mein Frühstück geniessen und mich warm für die Tour anziehen.

Auge in Auge mit den Schwarzbären

Pünktlich starteten wir mit einem kleinen, geschlossenen Boot in die Inselwelt vor Ucluelet. Die Tour dauerte etwa 3,5 Stunden und war ein voller Erfolg. Wir hatten das Glück, insgesamt drei Schwarzbären direkt am Ufer zu beobachten: eine Mutter mit ihrem Jungtier und einen weiteren, imposanten Einzelgänger. Die Tiere suchen bei Ebbe am Ufer nach Krebsen und Muscheln unter den Steinen – ein faszinierendes Schauspiel, das man vom Wasser aus perfekt und ohne sie zu stören verfolgen kann.

Neben den Bären besuchten wir eine Kolonie von Robben und Seelöwen, die sich lautstark auf den Felsen präsentierten. Die neblige, fast mystische Küstenlandschaft, machte die Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Regenfluten und der Kuchendieb von Tofino

Nach einem schnellen Mittagssnack im RV ging die Reise weiter Richtung Tofino. Das Wetter schlug nun jedoch mit voller Härte zu – es regnete buchstäblich wie aus Eimern. Schweren Herzens musste ich einige der wunderschönen Rundwege, wie den Rainforest Trail oder den Shorepine Bog Trail (bekannt aus den Tipps von immereisen), auslassen. Die Sicht war teilweise so eingeschränkt, dass Wandern wenig Sinn ergeben hätte.

In Tofino angekommen, liess der Regen glücklicherweise etwas nach. Der Ort selbst wirkte bei diesem Wetter weniger spektakulär als erwartet, versprüht aber dennoch den typischen Surfer-Charme. In einem gemütlichen Café mit Blick auf das Wasser legte ich eine Pause ein. Die Warnschilder vor einem „diebischen Raben“ waren keine Übertreibung: Kaum stand mein Gebäck auf dem Tisch, suchte der gefiederte Stammgast bereits seine Chance – doch ich konnte meinen Kuchen erfolgreich verteidigen!

Strandromantik und Lagerfeuerglück

Auf dem Rückweg legte ich einen Zwischenstopp am Florencia Bay (oft auch als Gold Beach bezeichnet) ein, bevor ich meinen Campground ansteuerte. Trotz des wechselhaften Wetters zog es mich noch einmal hinaus: Ein 1,5-stündiger Strandspaziergang führte mich entlang der tosenden Brandung erneut bis zum Florencia Bay. Die Weite des Strandes im Pacific Rim National Park ist bei jedem Wetter beeindruckend.

Den Abend verbrachte ich ganz traditionell am Camper. Trotz der Feuchtigkeit gelang es mir, ein tolles Lagerfeuer zu entfachen. In der absoluten Stille des Waldes genoss ich die Ruhe und die Wärme der Flammen – der perfekte Abschluss für einen Tag zwischen Wildnis und Wellen.

Kanada Roadtrip: Totempfähle, uralte Riesen und die wilde Westküste

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