
Nachrüstung einer Alugas-Tankanlage
Stichwort „Autarkie“ – Ich will in Zukunft noch autarker unterwegs sein. Um jederzeit genügend Gas (für Heizung, Kochfeld, Warmwasser und Kühlschrank) an Bord zu haben und auch in den kühleren Jahreszeiten Hugo zu nutzen, habe ich eine LPG-Tankgasanlage nachgerüstet. Diese besteht aus Tankflaschen für Gas aus Aluminium mit Füllstopp und einem Aussentankanschluss. Ausserdem habe ich auch die Druckminderertechnik optimiert, wodurch man die Gasanlage auch während der Fahrt betreiben kann. Darüber hinaus habe ich noch eine Gasaussensteckdose (z.B. für den Grill) nachgerüstet. Den Füllstand der Flaschen lese ich mittels Fernanzeigen ab.
Die Alugas-Tankflaschen
Bisher hatte ich dafür die klassischen 11kg Stahlgasflaschen aus den Baumarkt genutzt. Leider sind diese leer bereits recht schwer und man muss sie immer wieder komplett tauschen, um volle Flaschen dabei zu haben. Vor allem vor dem Antritt einer längeren Reise ins Ausland ist das nicht optimal. Zum einen weiss man dann nicht, wie lange die Flaschen halten und zum anderen kann man diese in Europa nicht einfach überall tauschen, da es unterschiedliche Systeme gibt. Ausserdem ist es ja auch immer wieder etwas Extrazeit, die man für den Tausch aufwenden muss.
Nach ein wenig Recherche im Internet bin ich auf sogenannte Alugas-Tankflaschen-Systeme gestossen. Hierbei werden entsprechende Tankflaschen aus Alu fest im Wohnmobil verbaut und können dann von aussen mit LPG an jeder entsprechend versorgten Tankstelle betankt werden. Hierfür verfügen die Flaschen über eine automatische Füllstandserkennung, die bei 80% die Betankung stoppt.
Natürlich kostet der Umbau Geld und ja, ich werde diese Kosten vermutlich nie amortisieren. Aber darum geht es mir ja auch gar nicht. Ich will das sichere Gefühl, jederzeit mit vollen Flaschen die Reise antreten zu können und während der Reise nicht auf den Gasverbrauch achten zu müssen.
Ich habe mir also in einer spezialisierten Fachwerkstatt die Tankflaschen in den vorhandenen Gasflaschenschrank einbauen lassen. Es gibt, bei den jeweiligen Prüfstellen für die Hauptuntersuchung und Gasprüfung, leider verschiedene Ansichten hinsichtlich solchen eingebauten Gasanlagen. Durch verschiedene Lobbyisten wurden diverse Ansichten und Meinungen in Umlauf gebracht, die ein normaler Mensch nicht versteht. So müssen die Tankgasflaschen wirklich fest mir dem Wohnmobil verbunden werden – hierfür fliegen die bestehenden Halterungen raus und werden durch deutlich massivere ersetzt. All das spricht neben den Sicherheitsaspekten dafür, eine solche Anlage von Profis einbauen zu lassen. Hierdurch wird die notwendige Konformität und Abnahme sicher gestellt. Alle 10 Jahre müssen dann die Flaschen ausgebaut und selbst geprüft werden.
Die neue Zweiflaschen-Umschaltanlage
Im Zuge des Einbaus habe ich gleich noch eine Zweiflaschen-Umschaltanlage von Truma einbauen lassen. Diese wechselt automatisch die Flaschen, wenn eine leer ist. Ausserdem hat sie einen Crashsensor, der den Betrieb während der Fahrt zulässt und im Fall der Fälle die Gasanlage schliesst. Da ich mit dem Wohnmobil auch in der kühleren Jahreszeit unterwegs bin, ist dies ganz praktisch. Man kann während der Fahrt die Heizung im Aufbau laufen lassen und hat es automatisch angenehm warm.
Die Gasaussensteckdose
Ausserdem habe ich mir noch einen praktische Gasaussenanschluss einbauen lassen. So kann ich den Grill nun immer direkt am Gassystem des Wohnmobils betreiben und muss nicht noch an zusätzliche Gaskartuschen für diesen denken. Wichtig ist hierbei allerdings, darauf zu achten, dass der Grill für den Gasdruck im Wohnmobil ausgelegt ist. In Deutschland gibt es nämlich eine kleine Kuriosität. Während die Gasanlagen in Wohnmobilen bei 30 mbar betrieben werden, sind die Gasgrills bei 50 mbar. Ein normaler Grill hat also zu wenig Druck und kann deshalb nicht seine volle Leistung entfalten. Es gibt natürlich auch spezielle Grills für Wohnmobile, die bereits auf 30 mbar laufen. Aber man kann auch den vorhandenen Grill umrüsten – hierfür werden die Düsen getauscht. Da ich schon länger einen Webergrill habe und damit sehr zufrieden bin, habe ich diesen einfach umgerüstet. Zum Teil lohnt sich auch ein Blick ins benachbarte Ausland. In der Schweiz, den Niederlanden und in Dänemark sind die verkauften Grills nämlich bereits auf 30 mbar ausgelegt – da spart man sich die Umrüstung.



Bisher bin ich sehr zufrieden mir dem nachgerüsteten Gassystem.





One Comment
Pingback: