Blick über Edinburgh
City,  Europa

Schottland Roadtrip Tag 4: Ein Tag in Edinburgh und die Gezeiten von Lindisfarne

Der Morgen begann, wie jeder gute Tag in Grossbritannien beginnen sollte: mit einem grossen Kaffee bei Starbucks. Während ich den heissen „White Mocha“ genoss, plante ich meine Route durch Edinburgh. Da ich heute mit dem Ersatz-Transporter unterwegs war, der deutlich höher als ein normaler PKW ist, war die Parkplatzsuche meine grösste Sorge.

Über Google Maps fand ich einen vielversprechenden Platz im Zentrum. Die Fahrt von Alnwick dauerte etwa 1,75 Stunden. Während ich Richtung Norden rollte, hingen dichte Nebelschwaden über der Küstenstrasse – eine mystische, aber auch etwas beunruhigende Stimmung. Mitten in die Fahrt platzte eine Nachricht von Gary aus der Werkstatt herein. Kurz hielt ich den Atem an, doch zum Glück wollte er nur die Fahrgestellnummer (VIN) wissen, um die Ersatzteile für „Hugo“ final zu bestellen.

Parkplatz-Pech und Stadt-Glück

In Edinburgh angekommen, folgte die nächste kleine Überraschung: Mein vermeintlicher Parkplatz entpuppte sich als Parkhaus. Da der Transporter dort niemals hineingepasst hätte, musste ich “improvisieren“. Glücklicherweise fand ich direkt im Umfeld einen Aussenstellplatz. Die Parkgebühren in Edinburgh haben es allerdings in sich: 32 £ für vier Stunden sind ein stolzer Preis, aber für die zentrale Lage wohl unumgänglich.

Wenigsten war inzwischen der Himmel aufgerissen und hatte strahlendem Sonnenschein Platz gemacht, und obwohl ein kühler Wind wehte, wurde es zusehends wärmer. Trotz Wochentag war die Stadt unglaublich belebt. Reisegruppen drängten sich durch die mittelalterlichen Gassen der Old Town, vorbei an den berühmten roten Telefonzellen und Greyfriars Kirk & Kirkyard sowie dem legendären Pub Greyfriars Bobby.

Architektur pur: Von St. Giles bis zum Parlament

Meine Augen und meine Kamera hatte einiges zu tun. Besonders beeindruckend war die St. Giles‘ Cathedral mit ihren filigranen Deckengewölben und den prächtigen Glasmalereien, durch die das Sonnenlicht in bunten Farben fiel. Ein krasser, aber spannender Kontrast dazu war der Besuch des modernen schottischen Parlaments, dessen Architektur wohl weltweit einzigartig ist. Aber auch der Blick vom Calton Hill über die Stadt und auf den Palace of Holyroodhouse sowie viele weitere Attraktionen, waren atemberaubend.

Nach vier Stunden Sightseeing zwischen historischen Denkmälern und Dudelsackspielern machte ich mich auf den Rückweg.

Die Tücken der Nordsee: Lindisfarne Castle

Auf dem Rückweg wollte ich noch einen Abstecher zum Lindisfarne Castle (Holy Island) machen. Leider hatte ich die Rechnung ohne die Natur gemacht. Lindisfarne ist nur über einen Damm erreichbar, der bei Flut komplett überspült wird. Als ich ankam, war die Strasse bereits in den Wellen verschwunden. Ein schöner Beweis für die Kraft der Gezeiten – und eine Lektion für meine nächste Reiseplanung!

Garys Geschichte und Umzug ins Hotel

Zurück in Alnwick schaute ich noch einmal bei Gary vorbei. Der Termin für die Reparatur am nächsten Morgen um 8:30 Uhr stand fest. Wir unterhielten uns ein wenig über seine Augenklappe. Er erzählte mir, dass ein Metallsplitter sein Auge verletzt hatte und er nun auf eine rettende Operation in einem halben Jahr warten muss. Trotzdem strahlte er eine unglaubliche Zuversicht und Freude an seiner Arbeit aus – das hat mich tief beeindruckt.

Um den Kopf für den Reparaturtag frei zu haben, erledigte ich noch die „Hausarbeit“ im Wohnmobil: Ich fand einen Campingplatz in der Nähe, auf dem ich meine Toilettenkassette entleeren konnte. Ich schnappte sie mir und fuhr kurz mit dem Transporter vorbei. Danach hiess es Abschied nehmen von „Hugo“ für die Nacht. Da mein Hotel direkt nebenan lag, transportierte ich meine sieben Sachen ganz pragmatisch in einer grossen IKEA-Tüte rüber.

Den Abend liess ich bei einem kühlen IPA in der Sonne ausklingen, gefolgt von einem wirklich hervorragenden Burger und einem Dessert im Hotelrestaurant. Morgen wird es ernst für „Hugo“!

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