
Ein Tag in Luino: Schiffsausflug ans Ostufer des Lago Maggiore
Seebrise im Gesicht und modernisiertes Uferflair: Nachdem die vergangenen Reisen primär an das West- und Südufer des Lago Maggiore führten, stand heute eine Premiere auf dem Programm: ein Abstecher nach Luino am gegenüberliegenden Ostufer. Statt den Camper durch den Verkehr zu manövrieren, ging es heute stilecht mit dem Kursschiff über das tiefblaue Wasser. Ein entspannter Ausflug, der von einer sonnigen Überfahrt über moderne Uferpromenaden bis hin zu den unverzichtbaren kulinarischen Ritualen eines perfekten Italien-Urlaubs reichte.
Mit dem Bug am Wind: Die Überfahrt nach Luino
Der Tag startete gemächlich mit einem kleinen, entspannten Frühstück im Wohnmobil. Im Anschluss ging es hinunter zur Anlegestelle im Zentrum von Cannobio, wo das Treffen mit meinen Freunden anstand. Das Ticket für die Schiffsverbindung ist erfreulich erschwinglich: Für knapp 16 Euro sichert man sich die Hin- und Rückfahrt für zwei Personen.
Nach und nach sammelten sich immer mehr Fahrgäste am Pier. Pünktlich um 11:35 Uhr bog das Kursschiff um die Ecke, legte sanft an, liess die ankommenden Passagiere von Bord und nahm uns für die Weiterfahrt auf. Wir hatten absolutes Glück und ergatterten fantastische Sitzplätze ganz vorne auf dem Bug des Schiffes. Die Überfahrt dauerte rund 25 Minuten. Bei strahlendem Sonnenschein und einer erfrischenden Brise im Gesicht genossen wir den weiten, ungestörten Blick über den glitzernden, blauen See.













Siesta-Ruhe und Focaccia-Genuss
In Luino angekommen, führte der Weg zunächst ein ganzes Stück am Seeufer entlang. Die dortige Uferpromenade wurde sichtlich aufwendig gestaltet und umfassend modernisiert. Das Areal besticht durch eine gelungene Mischung aus gepflegten Rasenflächen, erfrischenden Wasserspielen sowie markanten Sichtbeton- und Stahlbauwerken im modernen Industriedesign. Das gesamte Konzept fügt sich unheimlich harmonisch in die mediterrane Landschaft ein und verbindet die historischen Wurzeln des Ortes perfekt mit der Moderne.
Im Anschluss schlenderten wir weiter in das Stadtzentrum. Luino ist eigentlich weltberühmt für seinen riesigen Wochenmarkt – dieser findet allerdings traditionell immer mittwochs statt. An diesem Samstagmittag präsentierte sich die Stadt dagegen wie komplett leergefegt. Es war exakt die Zeit der klassischen, italienischen Siesta, in der das öffentliche Leben für ein paar Stunden ruht.










An der Piazza Risorgimento entdeckten wir ein sehr modernes, einladendes Café mit einer schier unendlichen Auswahl an salzigen und süssen Snacks. Wir ergatterten einen gemütlichen Tisch im Schatten und bestellten uns verschiedene, frisch gebackene Focaccien. Als krönenden Abschluss gönnte ich mir noch eine süsse Kleinigkeit und einen tiefschwarzen, starken Espresso.
Frisch gestärkt führte der anschliessende Spaziergang in die historische Altstadt, die durch ihre herrlich schmalen Gassen, eine alte Kirche und die typisch bunten, leicht verwitterten Häuserfassaden begeistert. Wie immer bei einem gelungenen Städtetrip verging die Zeit wie im Fluge. Als wir wieder in der Nähe des Hafens ankamen, passte es zeitlich perfekt für die Rückfahrt. Bis das Kursschiff anlegte, machten wir es uns auf einer Bank im kühlen Schatten der Bäume bequem und liessen den Blick über den Lago Maggiore schweifen.
Chillen im Parco Lido und Apericena-Kult
Zurück in Cannobio steuerte ich erst einmal einen Supermarkt in der Nähe des Campingplatzes an, um ein paar Kleinigkeiten für die Bordküche zu besorgen. Danach suchten wir uns ein schattiges Plätzchen im weitläufigen Parco Lido. Das dortige Strandbad war bei dem Prachtwetter verständlicherweise sehr gut besucht, aber im ruhigeren Randbereich der Wiese liess es sich wunderbar auf den Decken entspannen. Schliesslich galt es, die Energiespeicher für den anstehenden Apericena aufzufüllen. 🙂







Punkt 17:01 Uhr sassen wir startklar im beliebten „Plaza Café“. Wir bestellten uns eine Auswahl an erfrischenden Aperitivi und bekamen – typisch italienisch – direkt eine ganze Palette an unterschiedlichen, herzhaften Köstlichkeiten dazu serviert. Bei bestem Spätsommerwetter, einer herrlich lockeren Atmosphäre und dem Blick auf das Wasser vertieften wir uns in ausgiebige Gespräche, während die Stunden im Nu verflogen.
Pasta-Liebe und das tägliche Gelato-Pflichtprogramm
Als sich der Hunger erneut meldete, machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Platz für das Abendessen. An diesem Samstagabend waren spürbar viele Menschen an der Promenade unterwegs, darunter vermutlich auch etliche Tagesausflügler aus der nahen Schweiz. Die Restaurants waren dementsprechend bis auf den letzten Platz besetzt.
Da es uns am Vorabend so gut geschmeckt hatte, steuerten wir kurzerhand erneut die gemütliche „Pizzeria Eraora“ an und bekamen glücklicherweise wieder einen schönen Tisch. Statt Pizza standen heute allerdings feine Vorspeisen und absolut köstliche, traditionelles Pastagerichte auf unseren Tellern.




Den perfekten Abschluss dieses Urlaubstages bildete der obligatorische Besuch in der lokalen Gelateria. Denn was wäre ein echter Tag in Italien ohne ein erstklassiges Gelato auf die Hand? Bei der riesigen Auswahl an fantastischen Sorten, die man eigentlich alle einmal durchprobieren müsste, gehen einem im Urlaub schliesslich sowieso viel zu schnell die Tage aus. Rundum zufrieden mit diesem gelungenen Ausflug ging es zu Fuss zurück zum Campingplatz, wo die Vorfreude auf die nächsten Erlebnisse bereits riesig war.


