
USA Nordwesten: Missoula, Helena und Bozeman
Drei Städte an einem Tag und der Duft von Abenteuer: Nach der ersten gemütlichen Nacht im Camper zieht es mich tiefer hinein nach Montana. Die heutige Etappe verbindet malerische Landstrassen mit geschichtsträchtiger Architektur und dem puren, lebendigen Wild-West-Flair. Von der charmanten Hauptstadt Helena bis hin zu meinem absoluten Favoriten Bozeman erlebe ich einen Roadtrip-Tag wie aus dem Bilderbuch – inklusive einer genialen Lösung für mein akutestes Morgenproblem: Kaffeemangel!
Good Morning Camper
Die Nacht auf dem Lolo Creek Campground war absolut erholsam. Es war herrlich ruhig, und nur der Regen, der beim Einschlafen gemütlich auf das Wohnmobildach prasselte, war zu hören – mit kleinen Ohrstöpseln im Ohr aber ohnehin kein Thema. 😉
Dank des festen Stromanschlusses auf dem Stellplatz war die Heizung am Morgen schnell angeworfen und der Innenraum ruck-zuck kuschlig warm. Beim Schlafen selbst merkt man das nächtliche Abkühlen unter den riesigen, dicken Decken kaum, aber das Verlassen des Betts erfordert im herbstlichen Montana dann doch etwas Überwindung.

Nach einem gemütlichen Frühstück im Wohnmobil wurden alle Sachen reisefertig verräumt und die Anschlüsse zum Campground gelöst. Der erste Weg führte mich zurück nach Missoula, um die Vorräte für die kommenden Tage in der Natur ordentlich aufzufüllen: Frisches Obst, Konserven, reichlich Wasser und Joghurt wanderten in die Schränke.
Panoramafahrt nach Helena
Statt der schnellen Interstate 90 wählte ich für die Weiterfahrt den landschaftlich deutlich reizvolleren MT-Highway 200. Eine Entscheidung, die sich absolut lohnte! Hier lässt es sich viel entspannter fahren, und man kann jederzeit spontan anhalten, um die grandiose Gegend zu geniessen und ein paar Fotos zu schiessen.
Die Strecke ist wirklich wunderschön und folgt eine ganze Weile dem natürlichen Flusslauf zwischen den Bergen, bevor sie sich in eine weite Ebene öffnet und schliesslich in einer sanften Hügellandschaft ausläuft. Unterwegs passierte ich auch die winzige Siedlung Ovando – laut Eigenwerbung das „Jewel of the Blackfoot Valley“. Der Ort besteht gefühlt aus gerade einmal vier Gebäuden, in denen Souvenirs verkauft werden, aber diese historischen Holzhäuser waren definitiv einen kurzen Fotostopp wert.




Sightseeing in der Hauptstadt von Montana
In Helena angekommen, gab es erst einmal ein schnelles Mittagessen bei „Panda Express“, bevor ich das imposante Montana State Capitol ansteuerte. Dieses Regierungsgebäude ist wirklich wunderschön anzusehen und ein echter Prachtbau. Ein Schild am Eingang verriet, dass jeder Besucher das Gebäude „ohne Waffen“ betreten darf – ein Glück, dass ich meine gerade nicht dabei hatte. 🙂 Die riesige Rotunde im Inneren ist bunt verziert, es gibt filigrane Balkone und ein beeindruckendes, monumentales Wandbild am Ende der grossen Treppe.

Nach dem Capitol ging es noch kurz für einen kleinen Spaziergang durch die City, bei dem ich die berühmte Kathedrale der Stadt zumindest von aussen bewunderte. Die Zeit verging allerdings wie im Fluge, und der Zeitplan rief bereits nach dem nächsten Ziel: Bozeman.
Bozeman – Mein absolutes Highlight
Gegen 18 Uhr erreichte ich Bozeman, steuerte den Camper direkt an die Main Street und hatte Glück mit einem passenden Parkplatz. Von dort aus ging es zu Fuss weiter. Bozeman hat eine fantastische, lebendige kleine Innenstadt: vollgepackt mit coolen Outdoor-Läden, kleinen Galerien, gemütlichen Bars und Restaurants.
Ich genoss es in vollen Zügen, bei spätnachmittäglicher Sonne durch die Strassen zu schlendern. Ein ganz bestimmter Laden rettete mir dann quasi den Trip: Ich kaufte mir eine French Press und frisch gemahlenen Kaffee aus einer lokalen Rösterei. Hier hatte sich in den letzten Tagen nämlich ein massiver Engpass aufgetan – und für mich als absoluten Viel-Kaffee-Trinker war das der rettende Genuss für die nächsten Morgenstunden!



Von allen Orten, die ich an diesem Tag gesehen habe, war Bozeman mit Abstand der schönste. Hier werde ich auf jeden Fall irgendwann noch einmal vorbeischauen.
Vorfreude auf das grosse Highlight
Später am Abend ging es schliesslich zum Campground, wo ich eincheckte und den Camper für die Nacht bereit machte. Den ereignichen Tag liess ich bei einer Portion Pasta und einem guten Glas Rotwein im gemütlichen Mobil ausklingen, bevor ich müde und glücklich ins Bett fiel.

Der Campingplatz veranstaltete zwar am Abend noch ein gemütliches Lagerfeuer für die Gäste, aber das Wetter war mir etwas zu unbeständig, sodass ich lieber drinnen blieb. Morgen steht schliesslich das ganz grosse Highlight der Reise an: Es geht in den legendären Yellowstone-Nationalpark! Auch wenn die Wettervorhersage aktuell noch etwas zu wünschen übrig lässt – ich bin bereit und lasse mich überraschen.
Entfernung: Missoula – Bozeman (441 km – 274mi)
Übernachtung – Campground:
Yellowstone‘s Edge RV Park
Kosten: $66,34 (60,00 €)
Dieser Campground liegt auf dem Weg zum Nordeingang des Parks, noch vor Gardiener. Zwischen Highway und Fluss. Sehr nett gelegen. Ich hatte einen Platz, der nicht am Highway lag. So konnte ich fast gar keine Geräusche wahrnehmen. Das Personal ist freundlich und der Platz sauber und ordentlich.
Empfehlung: ★★★☆☆
hier kann man gut übernachten 🙂


