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USA Nordwesten: Shoshone Falls und das Glück im State Park

Das „Niagara des Westens“ und ein perfekter Wildnis-Abend: Mein Roadtrip nimmt wieder an Fahrt auf und führt mich von den gewaltigen Shoshone Falls über Idahos charmante Hauptstadt Boise bis hin zu einem echten Camping-Glücksgriff mitten in der Natur. Nach einem Tag voller Kontraste zwischen belebten City-Strassen und geschichtsträchtiger Architektur erlebe ich am Abend genau das, wofür ich diese Reise mache: Lagerfeuer, absolute Ruhe unter riesigen Bäumen und den funkelndsten Sternenhimmel überhaupt.

Morgenzauber am „Niagara des Westens“

Nachdem ich mir im Camper den ersten gemütlichen Kaffee gegönnt hatte, startete ich den Tag direkt mit einem echten Naturkracher: der Besichtigung der Shoshone Falls direkt hier in Twin Falls. Da ich bereits am frühen Morgen vor Ort war, herrschte noch absolute gähnende Leere – es war sogar so früh, dass nicht einmal das Kassenhäuschen für die obligatorische Fahrzeuggebühr besetzt war, um auf den Hauptparkplatz zu gelangen.

Ich hatte riesiges Glück mit den Wassermassen, denn im Spätsommer und Herbst führen die Fälle wegen der landwirtschaftlichen Nutzung flussaufwärts oft nur sehr wenig Wasser. An diesem Morgen präsentierten sie sich jedoch in ihrer vollen Pracht. Im feinen, aufsteigenden Wassernebel bildeten sich durch die ersten Sonnenstrahlen gleich mehrere wunderschöne Regenbögen – ein absolut magischer Anblick, der das Aufstehen mehr als belohnt hat.

Trubel in Boise und das Capitol

Nach etwa 20 Minuten zog ich weiter, denn mein nächstes grosses Zwischenziel zierte die Landkarte: Idahos Hauptstadt Boise. Nach einer entspannten, zweistündigen Fahrt durch die weite Landschaft kam ich in der City an. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, im bekannten Goldy‘s Breakfast Bistro ausgiebig zu frühstücken. Als ich jedoch vor Ort mit einer Wartezeit von satten 1,5 Stunden konfrontiert wurde, musste ich passen. Zudem war der Gastraum extrem laut und überfüllt – nicht unbedingt das, wonach mir der Sinn stand.

Stattdessen schlenderte ich durch die angrenzenden Strassen, wo zufällig gerade ein lebendiges Strassenfest gefeiert wurde. Da mich aber auch an den dortigen Ständen nichts für ein richtiges Frühstück ansprach, warf ich einen ausgiebigen Blick auf das beeindruckende Idaho State Capitol und suchte anschliessend für den bewährten Frühstückshunger wieder einen vertrauten IHOP auf. 

Besonders der historische Stadtteil rund um das Capitol hat es mir angetan und ist absolut sehenswert: Hier reihen sich typisch amerikanische, klassische Prachtbauten aneinander, und das gesamte Viertel ist unheimlich sauber, gepflegt und strahlt eine angenehme Ruhe aus.

Weiterfahrt über Baker City zum State Park

Nach dem Boxenstopp bei IHOP nutzte ich die Gelegenheit, in einem Supermarkt die Vorräte für den Camper noch einmal komplett aufzufrischen, bevor die Fahrt weiter in Richtung Baker City ging. Diese Stadt ist ebenfalls das absolute Abbild einer typisch amerikanischen Kleinstadt – allerdings war hier am Samstagnachmittag absolut gar nichts los, sodass ich nach einer kurzen Durchfahrt direkt mein Tagesziel ansteuerte.

Für die kommende Nacht hatte ich mir nämlich etwas ganz Besonderes überlegt: Ich wollte unbedingt in einem staatlichen Park bzw. County Park übernachten. Da diese staatlichen Naturcampingplätze meistens keine Reservierungen annehmen, machte ich mich mit einer gehörigen Portion Optimismus auf den Weg, um einen der begehrten First-Come, First-Served-Plätze zu ergattern. Und Fortuna war auf meiner Seite!

Ich erwischte auf dem wunderschönen Union Creek Campground (am Phillips Lake) einen absolut genialen Stellplatz im tiefen Schatten riesiger Bäume und in unmittelbarer Gehdistanz zum glitzernden See. Das Beste daran: Der Platz bot für den Camper sogar Strom- und Wasseranschlüsse. 

Lagerfeuer und echte amerikanische S’mores

Die Anmeldung lief komplett ohne Ranger ab, wie es in den USA im ländlichen Raum oft üblich ist („Self-Registration“): Man füllt einfach in aller Ruhe einen kleinen Papierbogen aus, trennt den Beleg für die Windschutzscheibe ab, packt die Campinggebühr passend in bar in einen Umschlag und wirft diesen in eine versiegelte Metallbox. Unkomplizierter geht es nicht.

Nach einem ausgiebigen, tiefenentspannten Spaziergang hinunter zum Seeufer machte ich es mir vor meinem Wohnmobil so richtig gemütlich. Ich klappte den Campingstuhl auf, öffnete mir ein eiskaltes Bierchen und liess den Abend ganz entspannt einklingen.

Später am Abend entfachte ich mein erstes eigenes, kleines Lagerfeuer und nutzte die perfekte Glut, um stilecht Marshmallows zu grillen. Zusammen mit Schokolade und Crackern ergab das die weltbesten, klebrig-süssen „S’mores“ – das ultimative amerikanische Lagerfeuer-Erlebnis! Begleitet von einem atemberaubend klaren, funkelnden Sternenhimmel über den Baumwipfeln fiel ich schliesslich unendlich glücklich, satt und zufrieden in mein gemütliches Bett. 

Entfernung: Twin Falls – Boise – Union Creek Campground (448 km – 278 mi)

Übernachtung – Campground:

Union Creek Campground

$34 (31 €)

Dieser Campground ist wirklich wunderschön. Er liegt im National Forest. Die Plätze verfügen alle mindestens über Wasser und Strom. Einige sogar mit Abwasser. 

Empfehlung: ★★★★★

Ganz klar – Jederzeit wieder. Dieser Platz ist extrem schön und bietet für kleines Geld alles was man sich erträumt.

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