Das Fitzwilliam Museum in Cambridge im strahlenden Sonnenschein
Europa,  Roadtrip

Schottland Roadtrip Tag 1: Über den Kanal bis ins historische Cambridge

Der Mai ist die perfekte Zeit für den Norden. Um 4:00 Uhr morgens klingelte der Wecker – der Startschuss für ein Abenteuer, auf das ich mich schon lange gefreut habe. 1.200 Kilometer lagen vor mir, vom heimischen Frühstückstisch bis auf die Insel.

Gegen 5:00 Uhr rollte das Wohnmobil vom Hof. Während die Sonne langsam den Horizont in tiefes Orange tauchte, spulte ich die ersten Kilometer auf der Autobahn ab. Mein Weg führte mich zügig durch Frankreich. Obwohl die Maut die Reisekasse „belastet“, sind die freien, baustellenfreien Autobahnen jeden Cent wert, wenn man Strecke machen will.

Boxenstopps und Eurotunnel-Glück

Alle 200 Kilometer gab es eine kurze Routine: Beine ausschütteln, das Wohnmobil checken und bei Bedarf Sprit nachfüllen. Diese kurzen Pausen waren auch meine Genussmomente – ein schnelles Frühstück und ein heisser Kaffee im eigenen Mobil sind durch nichts zu ersetzen.

Dank der freien Fahrt erreichte ich Calais eine halbe Stunde früher als geplant. Am Eurotunnel klappte alles wie am Schnürchen und ich konnte sogar einen früheren Zug nehmen. Allerdings sorgte die Zollkontrolle kurz für Herzklopfen, weil sie eventuell meinen zeitlichen Vorsprung zu eliminieren drohte. Ich wurde herausgewunken und ein Zöllner ging mit einem Spürhund die Schlange ab. Glücklicherweise war der Spuk nach 20 Minuten vorbei. Das Auffahren auf den Zug war ein Erlebnis; auf einmal steht man in einer Reihe im Waggon und wird unter dem Ärmelkanal hindurchtransportiert.

Willkommen im Linksverkehr

In Folkestone angekommen, hiess es: Umdenken! Die ersten 200 Kilometer bis Cambridge waren ideal zum Eingewöhnen, da sie fast nur über Autobahnen führten. Die Ordnung im britischen Verkehr hilft ungemein, sich an die „falsche“ Seite zu gewöhnen. Richtig spannend wurde es erst auf den letzten Metern zum Campingplatz. Daher erforderten Kreisverkehre und enger Gegenverkehr in den Ortschaften volle Konzentration, aber das Wohnmobil und ich haben das mit Bravour gemeistert.

Abendsonne in Cambridge

Gegen 15:00 Uhr war ich am Ziel. Nach dem Check-in hielt mich nichts mehr am Platz. Deshalb wurde das E-Bike klargemacht und ich radelte in die Stadt. Cambridge empfing mich mit Kaiserwetter. Die Bilder sprechen für sich: Die beeindruckende Architektur des Fitzwilliam Museum mit seinen mächtigen Säulen und die weltberühmten Colleges wie das King’s College leuchteten in der Abendsonne. Besonders das Licht, das durch die gotischen Fenster der Kapellen fiel, war magisch.

Gegen 19:00 Uhr kehrte ich zum Platz zurück. Nach einer heissen Dusche und einem wohlverdienten Abendessen im Camper fiel ich satt und glücklich ins Bett, während die Highlands immer näher rückten.

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