Europa,  Roadtrip

Stippvisite in Bordeaux und Biarritz: Über die spanische Grenze nach Burgos

Vom Winde verweht an der Atlantikküste: Der zweite Tag des grossen Roadtrips in den Süden stand ganz im Zeichen des Kontrastprogramms. Während der Morgen noch mit strahlendem Sonnenschein und abwechslungsreichen Landschaften lockte, zeigte sich die baskische Küste am Nachmittag von ihrer ungemütlichen, stürmischen Seite. Zwischen geplatzten Parkplatzplänen in Bordeaux, einem wolkenverhangenen Foto-Stopp am Leuchtturm von Biarritz und sintflutartigen Regenfällen auf der Autobahn führte der Weg schliesslich über die spanische Grenze zu einem überraschend kulinarischen Autobahn-Rastplatz.

Bordeaux aus der Cockpit-Perspektive

Der Morgen startete absolut vielversprechend. Die Sonne schien, und die französische Landschaft, die am grossen Panoramafenster vorbeizog, präsentierte sich deutlich abwechslungsreicher und interessanter als am Vortag. Das erste Etappenziel des Tages hiess Bordeaux.

Vor Ort folgte jedoch die Ernüchterung: Der im Vorfeld sorgsam herausgesuchte Parkplatz entpuppte sich als eine einzige, grossräumige Baustelle. Da in der näheren Umgebung beim besten Willen kein geeigneter Alternativplatz für ein Fahrzeug von Hugos Dimensionen aufzutreiben war, machte ich das Beste aus der Situation: Ich „besuchte“ die Stadt kurzerhand auf der Durchreise direkt vom Fahrersitz aus. Der Blick auf den imposanten Place de la Bourse und die historische Pont de pierre reichte für einen ersten, faszinierenden Eindruck absolut aus. Um dieser eleganten Stadt wirklich gerecht zu werden, muss man definitiv mindestens einen vollen Tag einplanen – da es mich aber unaufhörlich in den warmen Süden zog, rollten die Reifen direkt weiter.

Sturmwarnung und Siesta am Leuchtturm von Biarritz

Als nächstes Highlight stand das legendäre Biarritz auf dem Zettel. Das mondäne Seebad an der baskischen Küste ist weltberühmt für seine eleganten Grand Hotels, die wilde Brandung und das markante Felsenriff. Je näher ich der Atlantikküste kam, desto dramatischer verdunkelte sich jedoch der Himmel. Düstere Wolkenbänke und heftige Sturmböen kündigten ein handfestes Unwetter an.

Unmittelbar bei der Ankunft in Biarritz öffnete der Himmel seine Schleusen. Bei strömendem Regen begnügte ich mich mit einem kurzen, windigen Fotoabstecher zum berühmten Leuchtturm. Der Blick über die stürmische, aufgewühlte See und die verlassene Strandpromenade hatte zwar eine ganz eigene, raue Mystik, aber da es von Minute zu Minute ungemütlicher wurde, rief ich über die App Park4Night das nächste feste Etappenziel ab und setzte die Reise zügig fort.

Sintflut auf der Autobahn und Grenzübertritt nach Spanien

Die Route führte mich schliesslich über die Grenze nach Spanien. Das Wetter entwickelte sich dabei zu einer echten Zerreißprobe: Zwischendurch wurde der Starkregen so extrem, dass die Scheibenwischer die Wassermassen absolut nicht mehr bewältigten und sich riesige, gefährliche Wasserlachen auf dem Asphalt bildeten. Aus Sicherheitsgründen legte ich auf einem Autobahnparkplatz einen kurzen Zwischenstopp ein, um das Schlimmste abzuwarten. Als der Regen endlich nachliess, ging es weiter in Richtung Burgos.

Nach rund 655 Tages-Kilometern erreichte ich in der Abenddämmerung den Campingplatz „Quinta de Cavia“. Wenn man hier schreibt, dass der Platz direkt an der Autobahn liegt, ist das absolut wörtlich gemeint: Das Areal teilt sich die Zufahrt mit einer Raststätte samt Tankstelle, Restaurants und einem Hotel. Der Platz war fast komplett verwaist. Die Dame am Empfang checkte mich herzlich ein und gab mir direkt den wertvollen Tipp, Hugo idealerweise auf einem der befestigten Wege abzustellen, da die Rasenflächen durch die anhaltenden Regenfälle extrem aufgeweicht waren.

Das 15-Euro-Überraschungsmenü zum Ausklang

Anstatt nach der langen Fahrt noch den Kocher im Camper anzuwerfen, nutzte ich ein unschlagbares Angebot des angeschlossenen Restaurants: Für gerade einmal 15 Euro pro Person wurde ein komplettes Drei-Gänge-Menü inklusive Wein und Wasser serviert. Und das war eine absolute Offenbarung nach diesem anstrengenden Fahrtag!

Der kulinarische Abend startete mit einer wärmenden Kürbiskernsuppe und einem perfekt zubereiteten Rührei. Zum Hauptgang folgten hauchdünn geschnittene, zarte Rindfleischscheiben mit knusprigen, frittierten Kartoffeln. Den süssen Abschluss bildeten ein traditioneller Milchreis und ein feiner Pudding. Nach den Strapasen auf der Autobahn tat dieses ehrliche, gute Essen einfach nur gut – ich war an diesem Abend sogar so geschafft, dass ich komplett vergass, Fotos vom Tisch zu machen.

Für den unschlagbaren Übernachtungspreis von 15,80 Euro gab es neben dem Stellplatz samt Landstrom auch tadellosen Zugang zu den warmen Duschen und WCs der Anlage. Frisch geduscht und aufgewärmt ging es zurück in den gemütlichen Hugo. Bei ein paar entspannten Netflix-Serien wurde noch kurz die Route für den kommenden Tag abgesteckt, bevor ich vollkommen zufrieden und geschafft einschlief. Portugal kommt unaufhörlich näher!

Etappe: Allassac (Frankreich) – Bordeaux – Biarritz – Burgos (Spanien) (ca. 655 km im Wohnmobil)

Übernachtung – Campground:

Campingplatz „Quinta de Cavia

15,80 € für 1 Nacht

Der Platz liegt unmittelbar an der Autobahn A-62 in der Nähe von Burgos. Die Anlage ist angenehm gestaltet. Es gibt mehrere Rasenplätze zwischen Bäumen. Die Wege sind geschottert. Die gesamte Anlage ist von einem Zaun bzw. einer Mauer umgeben. Für einen Zwischenhalt auf jeden Fall zu empfehlen. Eine Tankstelle ist ebenfalls vor Ort.

Vor allem das Restaurant ist super. Für 15 Euro je Person bekommt man ein wirklich tolles Menü.

Website des Betreibers 

Empfehlung: ★★★★☆

Ich würde hier wieder übernachten. Lage und Leistungen sind gut.

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