Gulf Islands Passage
Amerika,  Roadtrip

Kanada Roadtrip: Der grosse Sprung an die Küste – 650 Kilometer bis zur Fähre

Manchmal erfordert ein Roadtrip echtes Sitzfleisch. Heute war so ein Tag. Über 650 Kilometer trennten mich in Revelstoke von meinem Ziel auf Vancouver Island. Mit einer fest gebuchten Fähre im Nacken hiess es: Früh aufstehen, den RV startklar machen und ab auf den Highway.

Die Route führte mich von den Bergen British Columbias stetig Richtung Westen. Die Landschaft wandelte sich dabei dramatisch: Von den schneebedeckten Gipfeln rund um Revelstoke ging es durch das trockene Hinterland von Kamloops bis hin zu den dichten, grünen Küstenwäldern nahe Vancouver.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Vegetation fast stündlich verändert, während man sich dem Ozean nähert.

Logistik-Glück am Tsawwassen Terminal

Trotz der gewaltigen Distanz kam ich hervorragend voran und erreichte das Fährterminal in Tsawwassen deutlich früher als geplant. Eigentlich war meine Überfahrt für 17:00 Uhr reserviert, doch dank meiner frühen Ankunft konnte ich völlig unkompliziert eine Fähre früher nehmen. Ein grosser Vorteil der BC Ferries: Wenn Platz ist, darf man oft auch ohne Umbuchungsstress früher an Bord.

Überfahrt mit Pazifik-Panorama

Die Überfahrt nach Vancouver Island dauert etwa 90 Minuten und ist weit mehr als nur eine Transportmöglichkeit – sie ist eine Sightseeing-Tour für sich. Das Schiff schlängelt sich durch die malerischen Gulf Islands, vorbei an bewaldeten Inselchen und einsamen Buchten.

Ich verbrachte fast die gesamte Zeit auf dem Oberdeck. Bei strahlendem Sonnenschein und einer frischen Meeresbrise liess ich mir die Seeluft um die Nase wehen und genoss den weiten Blick über das Wasser. Es ist der perfekte Moment, um nach der langen Fahrt im Wohnmobil die Beine auszustrecken und die Akkus aufzuladen. Die kanadische Flagge am Heck des Schiffes, die vor dem tiefblauen Wasser flatterte, war das perfekte Fotomotiv für diesen Übergang vom Festland auf die Insel.

Ankunft im Insel-Idyll

Nach dem Anlegen auf Vancouver Island war es nur noch ein kurzes Stück bis zu meinem Campground. Die Entscheidung, Whistler auszulassen und direkt hierher zu fahren, fühlte sich in dem Moment absolut richtig an. Mein Stellplatz lag traumhaft direkt am Wasser und bot eine idyllische Ruhe, die nach den 650 Kilometern auf dem Highway genau das Richtige war.

Den Abend liess ich in aller Stille ausklingen, während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand und das Wasser in ein sanftes Abendlicht tauchte. Ein langer, aber erfolgreicher Reisetag ging zu Ende.

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