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USA Nordwesten: Aufenthalt in Seattle

Großstadtflair im Sonnenschein und die perfekte Skyline: Mein Roadtrip hat die Metropole Seattle erreicht. Bei strahlendem Spätsommerwetter tausche ich heute das Wohnmobil gegen den wendigen Mietwagen, um die ikonischsten Ecken der „Emerald City“ zu erkunden. Vom historischen Pike Place Market über das Kaffeemekka von Starbucks bis hin zu versteckten Aussichtspunkten abseits der Touristenpfade – Seattle zeigt sich mir von seiner absolut besten, saubersten und sonnigsten Seite.

Schnelle Express-Lanes und ein Parkplatz-Schnäppchen

In der Frühe startete ich mit dem Mietwagen in Richtung Pike Place Market in der lebendigen Ufergegend von Seattle. Für die Fahrt in die City nutzte ich die Interstate 5, da es dort eine separate Fahrspur für Fahrgemeinschaften (Carpool-Lane) gibt. Da ich nicht mehr allein in zwei Fahrzeugen unterwegs war, sondern die Fahrt gemeinsam in einem Auto stattfand, war die Nutzung absolut legal. Auf dieser Spur und mit der anschliessenden Einfahrt in die Express-Lane umging ich den berüchtigten Stau elegant und war innerhalb von nur 30 Minuten mitten in der Stadt.

Unmittelbar am weltberühmten Markt fand ich in einem privaten Parkhaus auf Anhieb einen Stellplatz. Die Preisgestaltung vor Ort war durchaus spannend: Das private Parkhaus verlangte lediglich $4 je angefangener Stunde, während das direkt daneben liegende öffentliche Parkhaus mit immerhin $4 je halber Stunde glatt das Doppelte aufrief. Augen auf bei der Parkplatzsuche lohnt sich also selbst in der Grossstadt! Zu meiner grossen Freude war es heute zudem super sonnig und warm – die perfekten Bedingungen für einen unvergesslichen Tag in Seattle.

Fangfrischer Fisch und der originale Starbucks

Nach dem Verlassen des Parkhauses stand ich auch schon direkt am Ziel: dem Pike Place Market. Ich schlenderte gemütlich durch die historischen Passagen mit den unzähligen kleinen Ständen. Im Vorfeld hatte ich in verschiedenen Internet-Foren viel darüber gelesen, dass auch Seattle mit massiven Obdachlosen-Herausforderungen zu kämpfen hat. Umso positiver war ich überrascht, dass hier in der gesamten Marktgegend alles unheimlich sauber, einladend und gepflegt war.

In den weitläufigen Hallen des Marktes wird neben fangfrischem Fisch, der von den Händlern spektakulär durch die Luft geworfen wird, auch eine riesige Auswahl an lokalen Lebensmitteln und originellen Souvenirs angeboten. Im unteren Teil der Hallen stieg ich zudem kurz in das integrierte „Micro Brewery Museum“ hinab, in dem man diverse handwerklich gebraute Biere verkosten kann. Ich beliess es an diesem Morgen bei einer reinen Besichtigungstour durch die Ausstellungsstücke, da der Bierdurst so früh am Tag noch auf sich warten liess. 🙂 Da es sich nicht um ein klassisches Museum handelt, kostet das Ganze erfreulicherweise auch keinen Eintritt.

Direkt gegenüber des Marktes befindet sich eine absolute Pilgerstätte für Kaffeeliebhaber: DER originale, allererste Starbucks-Laden der Welt aus dem Jahr 1971. Der Andrang vor der geschichtsträchtigen Holzfassade war erwartungsgemäss gigantisch. Unzählige Besucher standen in einer endlosen Schlange an, nur um drinnen einen Kaffee zu bestellen und sich stolz im Laden zu fotografieren. Ich sparte mir das lange Warten in der Sonne und verzichtete auf den Koffeinkick aus der Ur-Filiale, aber ein Erinnerungsfoto von dem berühmten Logo mit der braunen Meerjungfrau durfte im Kasten natürlich trotzdem nicht fehlen.

Der Starbucks-Trick im Columbia Center und gesperrte Aussichten

Um einen perfekten Überblick über das Häusermeer von Seattle samt der markanten Space Needle zu bekommen, machte ich mich zu Fuss auf den Weg zum Columbia Center. Das Gebäude ist der höchste Wolkenkratzer der Stadt und beherbergt eine berühmte Aussichtsplattform. Im Internet hatte ich vorab einen cleveren Budget-Tipp aufgeschnappt: In der 40. Etage gibt es eine Starbucks-Filiale, von der aus man einen fantastischen, absolut kostenlosen Blick über die Stadt erhaschen kann, ohne das teure Ticket für das eigentliche Sky View Observatory im 73. Stock kaufen zu müssen.

Auf dem Fussweg dorthin passierte ich einige architektonisch unheimlich interessante Bauwerke. Am Columbia Center angekommen, schoss ich mit dem Aufzug direkt in den besagten 40. Stock hinauf. Der Tipp aus dem Netz erwies sich als goldrichtig: Die dortige Starbucks-Filiale bietet tatsächlich ein grandioses Panorama über die Stadt. Einziger Haken: Von den Fenstern des Cafés aus hat man leider keinen direkten Blick in Richtung der Space Needle.

Da ich das berühmteste Wahrzeichen Seattles aber unbedingt von oben sehen wollte, fuhr ich wieder hinunter in die Lobby, um mir reguläre Tickets für die oberste Aussichtsplattform zu kaufen. Und dort wartete eine echte Überraschung auf mich – allerdings keine im positiven Sinne: Wegen einer geschlossenen, privaten Gesellschaft gab es am heutigen Tag absolut keine Tickets für die Öffentlichkeit zu kaufen. Wirklich schade!

Doch die Enttäuschung hielt nicht lange an, denn die nette Dame am Ticketschalter – die trotz des Verkaufsstopps unheimlich stolz und freundlich an ihrem Tresen sass – hatte ein paar geniale Alternativen für mich parat. Sie empfahl mir, stattdessen entweder den historischen Smith Tower anzusteuern oder zum Kerry Park hinaufzufahren. Nach einer kurzen Smartphone-Recherche entschied ich mich gegen den Smith Tower, um mir die $20 Eintritt pro Person zu sparen, da die Bilder vom Kerry Park ohnehin den spektakuläreren Ausblick versprachen. Zuvor gönnte ich mir im Restaurantbereich im Untergeschoss des Columbia Centers aber erst einmal ein spätes Frühstück in Form von frischem Sushi – ich war am Morgen schliesslich komplett ohne Essen aufgebrochen – gefolgt von einem entspannten Kaffee im 40. Stock.

Nach fast drei Stunden kehrte ich zum Auto zurück, bezahlte absolut faire $12 Parkgebühr und setzte meine Erkundungstour durch die Stadt fort.

Kulinarische Highlights bei 8oz Burger & Co.

Als nächstes steuerte ich einen Burgerladen an, den mir ein Kollege im Vorfeld wärmstens empfohlen hatte: „8oz Burger & Co.“. Da die Kette zwei Filialen in Seattle betreibt, wählte ich diejenige, die am besten auf meiner Route lag – die Filiale an der Ecke E Union Street und Broadway im lebendigen Stadtteil Capitol Hill. Mein Auto stellte ich ganz unkompliziert in der direkt benachbarten „Harvard Market Parking Garage“ ab, in der die ersten 60 Minuten erfreulicherweise komplett kostenlos sind.

Der Burgerladen entpuppte sich als ein kleiner, unheimlich stylischer Treffpunkt, in dem sich viele hippe Leute der Stadt tummelten. Die Burger waren schlichtweg phänomenal – saftig, perfekt zubereitet und geschmacklich eine absolute Wucht. Ich war unheimlich froh, dass ich diesem genialen kulinarischen Tipp gefolgt bin!

Kaffeekunst in der Starbucks Reserve Roastery

Nach ziemlich genau 60 Minuten sass ich wieder im Mietwagen und steuerte das nächste Etappenziel an, das thematisch erneut mit dem berühmten Kaffeegiganten verknüpft war: die gigantische Starbucks Reserve Roastery. Auch hier stand Fortuna voll auf meiner Seite, und ich ergatterte direkt vor der Eingangstür einen der begehrten Parkplätze.

Diese edle Rösterei im hippen Capitol-Hill-Viertel ist eine faszinierende Mischung aus modernem Großraum-Café, einer echten Schaurösterei mit riesigen, glänzenden Kupferkesseln und einem exklusiven Souvenirladen. Trotz der vielen Besucher verliefen sich die Menschenmassen in der monumentalen, wunderschön gestalteten Halle sehr gut. Das gesamte Ambiente verströmt einen unheimlich sympathischen, edlen Industrie-Charme und bietet an jeder Ecke fantastische Fotomotive. Mit einem kleinen, stilvollen Souvenir im Gepäck machte ich mich nach etwa 20 Minuten wieder auf den Weg.

Die Suche nach der perfekten Skyline: Kerry Park vs. Seacrest Park

Mein Weg führte mich nun hinauf zum vielgerühmten Kerry Park. Beim Wort „Park“ hatte ich unwillkürlich eine weitläufige, grüne Parkanlage im Kopf – doch dem ist absolut nicht so. Es handelt sich vielmehr um einen recht überschaubaren, gepflasterten Aussichtsplatz inmitten eines noblen Wohnviertels auf dem Queen Anne Hill. Das Geniale daran: Man kann das Auto einfach am Strassenrand abstellen und steht sofort vor einer Postkarten-Aussicht. Der Blick hinunter auf die Space Needle und die dahinter aufragende Wolkenkratzer-Skyline von Seattle ist von hier aus wirklich fantastisch. Das einzige kleine Manko: Durch den steilen Blickwinkel verschwimmen die Konturen der Space Needle ein wenig mit den riesigen Hochhäusern im Hintergrund, sodass das Wahrzeichen nicht ganz so majestätisch zur Geltung kommt, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ein schneller Blick auf Google Maps brachte mich auf eine Idee: Vom Seacrest Park, der sich genau auf der gegenüberliegenden Uferseite in West Seattle befindet, müsste der Blickwinkel auf die Stadt eigentlich perfekt sein. Ich fackelte nicht lange und beschloss, auch diesem Spot noch einen Besuch abzustatten. Und was soll ich sagen? Der Abstecher war ein absoluter Volltreffer!

Vom Seacrest Park aus präsentierte sich mir die Skyline von Seattle exakt so, wie ich sie mir immer erträumt hatte: Die Wolkenkratzer reihten sich elegant am tiefblauen Wasser auf, und die Space Needle stand frei und fotogen am Rand der Szenerie. Als absolutes, unerwartetes Highlight konnte ich in der Bucht sogar eine Gruppe von Robben beobachten, die es sich auf einem im Wasser verankerten Sandschlepper sichtlich bequem gemacht hatten und in der warmen Nachmittagssonne dösten.

Da der Tag nun schon weit fortgeschritten war und sich die Sonne langsam dem Horizont neigte, trat ich die Rückfahrt zum Campingplatz an. Zurück am gemütlichen Camper liess ich diesen rundum perfekten und erlebnisreichen Großstadttag tiefenentspannt ausklingen.

Entfernung: Vom See-Campground zum Pike Place Market, Capitol Hill, Queen Anne und West Seattle – Rundtour per Mietwagen (110km – 69 mi)

USA Nordwesten: Auf nach Seattle
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