
USA Nordwesten: Painted Hills und das Kontrastprogramm in Bend
Wie mit dem Pinsel gemalt und ein urbaner Ausklang: Nach dem unvergesslichen Abend im State Park startet mein Tag mit einer spektakulären Panoramafahrt durch Oregons wilde Natur. Das absolute Highlight des Tages sind die Painted Hills, die mich mit ihren surrealen Farben tief beeindrucken. Doch der Roadtrip zeigt heute auch sein unbeständiges Gesicht: Ein heftiger Wetterumschwung treibt mich am Nachmittag in die gemütliche Outdoormetropole Bend, wo ich den Tag bei gutem Kaffee und einer unkomplizierten Pizza im kuschligen Camper ausklingen lasse.
Durch National Forests und Steppengebiete
Nachdem ich den gestrigen Wildnis-Abend so sehr genossen hatte, startete ich mit einem tollen, selbst zubereiteten Frühstück im Wohnmobil in den Tag. Die Morgenluft war angenehm frisch und die Sonne zeigte sich auch schon früh am Himmel. Nach dem Essen machte ich den Wagen abfahrbereit und rollte vom Platz.
Ich wählte die Route über die OR-7 und den US-Highway 26 – eine wirklich grossartige und eindrückliche Strecke. Das Cockpitfenster bot ein ständig wechselndes Panorama: Es ging durch tiefgrüne National Forests, weite Steppengebiete und vorbei an markanten, schroffen Felsformationen.
Jahrmillionen alte Erdgeschichte am John Day Fossil Beds
Einige lohnenswerte Zwischenstopps legte ich am John Day Fossil Beds National Monument ein. Besonders beeindruckend war der Aussichtspunkt auf die sogenannte Rattlesnake Group. Hier blickt man auf Berge, die vor Urzeiten eigentlich einmal ein Tal waren. Aufgrund einer gewaltigen Vulkaneruption füllte sich der damalige Talboden mit einer dicken Ascheschicht, die im Laufe der Zeit steinhart wurde. In den darauffolgenden Jahrmillionen wurden die ehemaligen Hänge durch Bodenerosion komplett abgetragen. Heute thronen die Reste der ehemaligen Talsohle als markante Tafelberge weit oben über der Landschaft – faszinierende Geologie live!



Auf diesem Overlook ergab sich ein unheimlich netter Plausch mit einem amerikanischen Ehepaar aus Colorado. Sie sprachen mich spontan an, und wir unterhielten uns eine ganze Weile über meine Urlaubsroute. Die beiden schwärmten in den höchsten Tönen von ihrer Heimat und empfahlen mir wärmstens, für zukünftige Reisen unbedingt einmal Colorado ins Auge zu fassen. Ich versicherte ihnen, dass der Staat ab jetzt ganz fest auf meiner Bucket List steht. Nach etwa zehn Minuten verabschiedeten wir uns und jeder zog wieder seiner Wege.
Auf der Weiterfahrt durchquerte ich weitere rötliche Felslandschaften, die mich optisch fast ein bisschen an meinen Roadtrip aus dem letzten Jahr durch Arizona erinnerten.

Die Painted Hills – Ein Meisterwerk der Natur
Als ich schliesslich an den berühmten Painted Hills ankam, staunte ich nicht schlecht: Ungefähr eine Meile vor dem eigentlichen Aussichtspunkt endete plötzlich die bestens ausgebaute, neue Teerstrasse und ging in eine raue Schotterpiste über. Wer hier beim Strassenbau wohl nicht seine sprichwörtliche „Extra-Meile“ gegangen ist… 😉 Im gemütlichen Kriechtempo steuerte ich den Camper bis zum Parkplatz und fand auch sofort eine passende Lücke.



Diese Bergformation ist schlichtweg atemberaubend. Die verschiedenen, sanft geschwungenen Sedimentschichten in Rot, Gelb, Gold und Schwarz ziehen sich durch die Landschaft, als hätte ein Künstler sie mit dem Pinsel aufgetragen. Die intensiven Farben basieren auf der jeweiligen mineralischen Zusammensetzung, die durch extrem wechselnde klimatische Bedingungen über Jahrmillionen hinweg entstanden ist.
Ein ungeplanter Upgrade auf dem Campingplatz
Nachdem ich das grandiose Panorama ausgiebig genossen hatte, zog es mich weiter in Richtung Bend. Je näher ich dem Tagesziel kam, desto mehr trübte sich der Himmel ein, bis die Sonne schliesslich komplett hinter einer dicken Wolkendecke verschwand. Mit dem Wetterwechsel kam ein heftiger, böiger Wind auf, den man am Lenkrad eines so hohen und windanfälligen Gefährts wie dem Camper doch sehr deutlich spürt.
Ich war entsprechend froh, als ich den Campingplatz in Bend erreichte. Der Platz war erst ein Jahr alt, super modern und extrem sauber eingerichtet. Beim Ankommen gab es allerdings eine kleine Überraschung: Mein Stellplatz, den ich erst am Morgen online reserviert hatte, war bereits von einem anderen Camper belegt, und das Office war gerade nicht besetzt. Zum Glück war eine hilfsbereite Camperin in der Nähe, die die Nummer des Platzwartes parat hatte und ihn kurzerhand anrief. Wenige Minuten später war das Problem gelöst: Ich bekam einen neuen Platz zugewiesen, der sogar ein gutes Stück grösser war als der eigentlich gebuchte. Ende gut, alles gut!
Kaffee-Shopping und Pizza-Logistik in Bend
Nachdem ich mich komplett eingerichtet hatte, liess ich das Wohnmobil stehen und fuhr mit einem Uber entspannt in die Stadt. Dort schaute ich mich unter anderem im schicken Old Mill District um. Dieses ehemalige Sägewerk-Areal direkt am Fluss beherbergt heute viele tolle Shops, Restaurants und Cafés.
Ich gönnte mir erst einmal einen richtig guten Kaffee und stöberte anschliessend durch die einladenden Läden, wobei auch die eine oder andere Kleinigkeit als Souvenir den Weg in meinen Besitz fand. 🙂
Als sich langsam der Hunger bemerkbar machte, schlug das Wetter endgültig um und wurde ungemütlich. Um nicht mitten in den aufziehenden, heftigen Regenschauer zu geraten, trat ich per Uber den Rückzug an. Auf dem Rückweg reifte der Plan für ein unkompliziertes Abendessen: Ich bestellte mir über die Website von Pizza Hut einfach Pizzen direkt an den Campingplatz, bezahlte bequem per Kreditkarte, und exakt 30 Minuten später stand der Lieferant vor der Wohnmobiltür.
Der Wetterbericht für die kommenden Tage sieht leider alles andere als rosig aus. Vom Pazifik her drückt ein massives Regengebiet landeinwärts über ganz Oregon. Vor allem für mein nächstes grosses Ziel, den Crater Lake, sind die Vorhersagen mit viel Regen und eisigen Temperaturen ziemlich bescheiden. Ich hoffe jetzt einfach mal das Beste. Den Abend nutzte ich gemütlich im kuschligen Camper, um die Blogartikel der vergangenen Tage zu tippen, bevor ich mich müde ins Bett kuschelte.
Entfernung: Union Creek Campground – Bend (340 km – 211 mi)
Übernachtung – Campground:
The Camp
$72,93 (65,86 €)
Dieser Campground ist sicher nicht günstig. Aber er hat eine tolle Lage und ist super sauber und ordentlich. Ausserdem ist er sehr klein. Es gibt eine zentrale Grillstelle mit grossen Gasgrills und einem Lagerfeuer.
Empfehlung: ★★★★☆
Jederzeit wieder. 🙂


