Peter Lougheed Provincial Park
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Kanada Roadtrip Tag 8: Schotterpisten, majestätische Hirsche und S’mores am Lagerfeuer

Der achte Tag meiner Reise startete gemächlich, da ein Stellplatzwechsel innerhalb des Campgrounds anstand. Da ich für die kommende Nacht einen Platz mit eigener Feuerstelle gebucht hatte, nutzte ich die Zeit bis zur Freigabe für ein entspanntes Frühstück und liess die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren.

Propan-Logistik in Canmore

Bevor die Naturerkundung jedoch losgehen konnte, stand eine wichtige logistische Erledigung an: Mein Propan-Vorrat war fast erschöpft. Da es direkt vor Ort keine Füllstation gab, musste ich die 30-minütige Fahrt nach Canmore und wieder zurück auf mich nehmen, nur um das Gas aufzutanken. Schon auf diesem Weg begrüsste mich am Strassenrand ein imposanter Hirsch – ein beeindruckender Vorbote für die Wildnis, die mich an diesem Tag noch erwartete.

Abenteuer im Kananaskis Country

Nachdem die Brauchwassertanks geleert und das Gas aufgefüllt war, machte ich mich bereit, das Kananaskis Country zu erkunden. Dieses riesige Schutzgebiet umfasst über 4’000 km² und ist ein beeindruckender Zusammenschluss mehrerer Provincial Parks, wie dem Bow Valley, dem Spray Valley und dem Peter Lougheed Provincial Park. Im Gegensatz zu den Nationalparks wie Banff benötigt man für den Besuch des Kananaskis Country ein separates Ticket, den sogenannten „Kananaskis Conservation Pass“, den ich mir für diesen Ausflug besorgte.

Meine rund 150 Kilometer lange Rundreise startete am ehemaligen Olympiastandort bei Canmore und führte mich zunächst über den Three Sisters Parkway. Von dort bog ich auf den legendären Smith Dorrian Trail (Route 742) ab. Dies ist eine überwiegend geschotterte Strasse (Gravel Road), die sich in südlicher Richtung durch die Wildnis zieht. Zwischendurch begegnete ich sogar einer Maschine, mit denen die Pisten in Schuss gehalten werden. Die Fahrt ist staubig und langsam, belohnt aber mit einsamen Bergketten und glitzernden Seen.

Staubige Pisten und einsame Gipfel

Die Route führt durch eine raue Bergwelt mit teilweise schneebedeckten Gipfeln und glitzernden Bergseen, die in der Sonne funkelten.

Die Fahrt auf dem Smith Dorrian Trail zog sich bis zum Kananaskis Trail (Route 40), der schliesslich wieder nach Norden zum Trans Canada Highway führt. Inklusive der vielen Fotostopps war ich etwa 5,5 Stunden unterwegs, obwohl die reine Fahrzeit deutlich kürzer gewesen wäre. Die Stille in diesen weniger überlaufenen Parks war ein herrlicher Kontrast zum geschäftigen Banff. Auf dem Rückweg zum Campingplatz sah ich den Hirsch vom Morgen noch einmal – nahezu an der gleichen Stelle.

Begegnungen und Lagerfeuer-Romantik

Nachdem ich am Abend den Mietwagen abgegeben hatte, brachte mich der Shuttlebus zurück zum Campground. Die Fahrt in den Ort ist kostenfrei, zurück kostet sie faire 2 CAD (wahlweise auch in US-Dollar zahlbar). Im Bus kam ich mit einem Paar aus Oregon ins Gespräch, das neugierig geworden war, weil ich – mangels kanadischem Bargeld – mit US-Scheinen bezahlt hatte (welches ich noch von meinem Frühjahrstripp nach Florida hatte). Solche kleinen Begegnungen machen das Reisen oft erst richtig lebendig.

Zurück am Camper wurde es Zeit für das Highlight des Abends: Mein eigenes Lagerfeuer. Feuerholz konnte man sich an einer zentralen Stelle auf dem Gelände des Campingplatzes holen, was ich bereits heute morgen gemacht hatte. Ausserdem hatte ich im Supermarkt Marshmallows und Kekse gekauft, um mir meine eigenen S’mores zu kreieren. Irgendwie gehört das zum Campinggefühl in Nordamerika einfach dazu. Leider setzte später heftiger Wind und Regen ein, sodass ich das Feuer löschen und mich in das gemütliche Innere des Wohnmobils zurückziehen musste, wo ich schliesslich glücklich einschlief.

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