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Von Carvoeiro zurück nach Lagos: Korkeichen im Hinterland und ein zweites Mal Sagres

Vom Klippenrand auf den Gipfel des Hinterlands: Der Tag beginnt mit einem Logenplatz über dem Atlantik und führt nach dem kurzen Hotel-Intermezzo wieder zurück zur gewohnten Basis im geliebten Camper. Doch statt den direkten Weg entlang der Küste zu wählen, schlägt die Route heute einen Haken durch das bergige, waldreiche Hinterland der Algarve. Ein abwechslungsreicher Fahrtag, der mit weiten Fernblicken auf dem höchsten Punkt der Region aufwartet und am Abend mit einem altbekannten, aber nie langweilig werdenden Naturereignis am Ende der Welt ausklingt.

Frühstück mit Möwenflug und Aufbruch nach Monchique

Das Aufwachen im Hotel Tivoli hielt noch einmal ein echtes Highlight bereit: Zum Frühstück ergatterte ich einen der begehrten Tische draussen auf der Panorama-Terrasse. Eine frische Meeresbrise wehte um die Nase, während ich den Möwen bei ihren eleganten Segelflügen über der tief unter uns liegenden Bucht zuschauen konnte. Das Buffet selbst war zwar reichhaltig, aber qualitativ eher durchschnittlich – der grandiose Ausblick auf das glitzernde Meer machte dieses kleine Manko jedoch mehr als wett.

Im Anschluss hiess es Taschen packen und Auschecken. Während meine Freunde noch eine Nacht länger im Hotelkomplex blieben, ging es für mich zurück nach Lagos, wo Hugo auf dem Campingplatz Turiscampo treu auf meine Rückkehr wartete.

Anstatt die Schnellstrasse zu nehmen, wählte ich für die Rückfahrt die landschaftlich reizvolle Route durch das urige Hinterland über die Bergregion von Monchique. Die Strasse schraubt sich hier kontinuierlich nach oben und ist hervorragend ausgebaut – mit dem kompakten Leihwagen ein absoluter Fahrspass, aber die Strecke wäre selbst mit dem grossen Wohnmobil vollkommen problemlos machbar gewesen. Links und rechts des Asphalts prägten unzählige Korkeichen die Szenerie, für deren traditionelle Rindenverarbeitung und handwerkliche Korkprodukte diese waldreiche Region weltweit berühmt ist.

Strammer Wind auf der Serra de Monchique

Auf dem Gipfel angekommen, empfing mich auf dem Aussichtspunkt ein strammer, eisiger Wind, der ordentlich um die Ohren pfiff. Die Anstrengung wurde jedoch mit einem phänomenalen, unendlichen Fernblick belohnt, der bei der klaren Sicht an diesem Tag sage und schreibe bis weit an die glitzernde Atlantikküste reichte.

Neben den hölzernen Aussichtsplattformen für Touristen thronen auf dem höchsten Punkt auch verschiedene, weithin sichtbare Funkanlagen. Diese sind allerdings strikt eingezäunt und als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen. Nach einem schnellen, wärmenden Espresso in einem kleinen, urigen Gipfelcafé rollten die Reifen auch schon wieder bergab in Richtung Küstenebene.

Waschtag im Sonnenschein und Keramik-Kunsthandwerk

Zurück auf dem Campingplatz Turiscampo in Lagos angekommen, tat es richtig gut, wieder in den eigenen vier Wänden von Hugo zu stehen. Ich nutzte den frühen Nachmittag und das hervorragende Serviceangebot der Fünf-Sterne-Anlage für einen klassischen Waschtag. Während die Waschmaschinen liefen, machte ich es mir vor dem Camper gemütlich. Im strahlenden Sonnenschein legten die Temperaturen noch einmal spürbar zu, sodass es im T-Shirt auf den Campingmöbeln fast schon zu heiss wurde und ich mir ein schattiges Plätzchen suchen musste – genau so hatte ich mir den November in Portugal vorgestellt!

Nachdem die Wäsche auf der Leine getrocknet und alles wieder ordentlich im Hugo verstaut war, hielt mich nichts mehr auf dem Platz. Ich brach noch einmal mit dem Auto in Richtung Sagres auf. Manche Dinge sind einfach so schön, dass man absolut nicht genug von ihnen bekommen kann – und der epische Sonnenuntergang an den Steilklippen gehört definitiv dazu.

Auf dem Weg dorthin passierte ich eine der für die Algarve so typischen, traditionellen Töpfereien. Die farbenfrohen, oft direkt an der Hauswand ausgestellten Keramiken sind ein Markenzeichen der Region, weshalb ein spontaner Zwischenstopp absolute Pflicht war. In der Werkstatt gab es unzählige wunderschöne, handbemalte Einzelstücke und maritime Deko-Elemente zu bewundern, und natürlich wanderte auch das eine oder andere kunstvolle Teil als dauerhaftes Urlaubsmitbringsel in meinen Besitz.

Ein neuer Blickwinkel auf das Kap und Pizza-Liebe in Sagres

Am Cabo de São Vicente angekommen, wählte ich dieses Mal bewusst einen Platz auf der anderen Seite des mächtigen Leuchtturms. Das eröffnete eine völlig neue Perspektive auf die schroffen Felswände und das tosende Meer. Da am Horizont ein paar dichte Wolkenbänke aufgezogen waren, vollzog sich das eigentliche Naturschauspiel heute um einiges schneller als beim ersten Besuch. Das machte das Erlebnis jedoch nicht minder imposant: Das Spiel aus den letzten, goldenen Sonnenstrahlen auf den schroffen Steinen und dem dramatischen Wolkenhimmel war ein absolut faszinierender Anblick.

Zum anschliessenden Abendessen ging es weiter in den kleinen Ortskern von Sagres. Nach erfolgreicher Parkplatzsuche entdeckte ich das stylische Restaurant „Arte Bianca“ – ein unheimlich schönes, modern und liebevoll eingerichtetes Lokal. Ich bestellte mir eine frisch im Steinofen gebackene, hauchdünne und unglaublich leckere Pizza und ein kühles Bierchen.

Während ich das geniale Essen genoss, liess ich die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Beim Blick auf die Karte und die kommenden Pläne stand für mich felsenfest: Die spontane Entscheidung, den ungemütlichen November gegen die spätsommerliche Wärme der Algarve einzutauschen, war schlichtweg die beste Idee des ganzen Jahres! Voller Vorfreude auf die verbleibenden Tage im eigenen Camper ging es schliesslich zurück zum Campingplatz, wo ich tiefenentspannt in Hugos gemütliches Bett sank.

Ausflug: Lagos – Monchique – Lagos – Sagres – Lagos (ca. 145 km im Mietwagen)

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