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Von Aveiro nach Nazaré: Wellenreiten ohne Monsterwellen und ein beherzter Rettungsgriff

Morgensonne im Sand und die Faszination von Nazaré: Nach einer herrlich ruhigen Nacht an den einsamen Dünen von Vagueira zieht es mich am Morgen noch ein letztes Mal an den Strand, um das gleichmässige Meeresrauschen aufzusaugen. Der anschliessende Roadtrip führt weiter südwärts an einen der wohl berühmtesten Küstenorte Portugals: Nazaré. Berüchtigt für seine gigantischen Monsterwellen, präsentiert sich der Fischerort im Spätsommerlicht des Novembers von seiner gemütlichen Seite – hält beim Strandspaziergang aber dennoch eine überraschende, nasse Slapstick-Einlage bereit.

Küstenstrasse ohne Meerblick und die Parkplatzsuche im Fischerdorf

Zurück vom morgendlichen Strandspaziergang warteten am Camper bereits die am Vorabend vorbestellten, ofenfrischen Brötchen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bei einer Tasse heissem Kaffee wurden die Sachen verstaut und Hugo für die nächste Etappe startklar gemacht.

Das heutige Tagesziel hiess Nazaré. Auf der Karte hatte ich mir eine Route ausgesucht, die theoretisch der Küstenlinie folgte – in der Realität verlief der Asphalt dann allerdings ein ganzes Stück abseits des Wassers im Landesinneren. Für die rund 140 Kilometer brauchte ich auf den Landstrassen fast drei Stunden, zumal ich zwischendurch noch einen Boxenstopp an einem Supermarkt einlegte, um die Vorräte an Bord aufzufrischen.

In Nazaré angekommen, gestaltete sich die Parkplatzsuche zunächst etwas unübersichtlich. Viele Stellplatz-Empfehlungen aus den bekannten Apps liegen mittlerweile in Zonen, die von der Gemeinde strikt für Wohnmobile gesperrt wurden – eine absolut verständliche Massnahme, da der kleine Ort dem massiven Camper-Ansturm in den Sommermonaten sonst schlichtweg nicht mehr gewachsen ist. Jetzt im November drückten die Ordnungshüter glücklicherweise ein Auge zu, sodass ich einen idealen Parkplatz in bequemer Laufnähe zum Meer fand.

Ein Wiedersehen im Surfer-Mekka und traditionelles Grotto-Glück

Zum Mittagessen stand eine tolle Überraschung auf dem Programm: Ich traf mich vor Ort mit meinen Freunden, die spontan für ein paar Tage Sonne mit dem Flugzeug nach Portugal gereist waren. Die Bucht von Nazaré ist weltweit für ihre gigantischen „Monsterwellen“ bekannt, die durch einen riesigen Unterwassergraben direkt vor der Küste entstehen und den Ort ab November zum absoluten Mekka der Big-Wave-Surfszene machen. Bei unserem Besuch hielten sich die Wellenberge zwar noch dezent im Hintergrund, aber der Blick über den endlosen Sandstrand und das kraftvolle Anrollen der Brandung war dennoch absolut beeindruckend.

Für das gemeinsame Mittagessen steuerten wir das typisch portugiesische Restaurant „A Tasquinha“ an – ein absoluter Volltreffer! In dem urigen, unheimlich gemütlichen Lokal servierte uns das herzliche Personal einen phänomenalen, traditionellen Fischeintopf mit Reis, einen perfekt gegrillten Fleischspiess und ein sündhaft leckeres Keksdessert (Bolo de Bolacha). Inklusive Kaffee bezahlten wir für die komplette Runde gerade einmal unschlagbare 60 Euro. Wer authentische Küche zu fairen Preisen sucht, dem sei dieses Lokal wärmstens ans Herz gelegt.

Nasse Füsse und eine Rettungsaktion im Sand

Frisch gestärkt zog es uns im Anschluss noch einmal direkt an den breiten Sandstrand. Wir wagten uns bis ganz nach vorne an die Brandungszone vor, um uns die auslaufenden Wellen um die Knöchel spülen zu lassen. Das Ganze entwickelte sich schnell zu einem amüsanten Fangspiel mit der Natur: Da einige Wellen überraschend hoch heraufschossen, mussten wir immer wieder blitzschnell den Rückzug im tiefen Sand antreten.

Bei einem dieser überstürzten Sprintmanöver verlor jemand aus unserer Runde prompt den Halt, stolperte unglücklich und schlug der Länge nach im weichen Sand auf – exakt in dem Moment, als die nächste schäumende Wassermasse heranrollte und sie komplett zu überspülen drohte. Mit einem beherzten, geistesgegenwärtigen Griff packte ich sie am Arm, riss sie mit Schwung wieder nach oben und zog sie im letzten Moment aus der „Gefahrenzone“. Nachdem wir den ersten Schreck verdaut und alle herzlich über diese nasse Slapstick-Einlage gelacht hatten, verbrachten wir den restlichen Nachmittag sichtlich entspannt im warmen Sand.

Rückzug ins grüne Nachtquartier nach Salgado

Während sich die anderen im Anschluss auf den Weg in Richtung Lissabon machten, steuerte ich mein Nachtquartier für die kommende Nacht an. Ich hatte im Vorfeld eine Parzelle auf dem kleinen, feinen „Travel Van Park“ im nahegelegenen Salgado gebucht.

Dort angekommen, wurde ich vom Inhaber unheimlich freundlich empfangen. Er führte mich kurz über das liebevoll gestaltete Gelände und zeigte mir die Stellflächen. Nach weiteren 140 Kilometern auf dem Tacho und einem Tag voller Erlebnisse schaltete ich im Hugo die Lichter an und liess den Abend in der absoluten Ruhe des Platzes tiefenentspannt ausklingen.

Etappe: Vagueira – Leiria – Nazaré – Salgado (ca. 140 km im Wohnmobil)

Übernachtung – Campground:

Campingplatz „Travel Van Park Salgado

20,00 € für 1 Nacht inkl. Strom

Ein kleiner, feiner Campingplatz mit freundlichen Eigentümern. Für eine Nacht absolut ausreichend. Die Parzellen liegen dicht nebeneinenander und beim einfahren auf den Platz muss man zwischen zwei Häusern durchfahren. Die sanitären Anlagen sind sehr gepflegt.

Website des Betreibers 

Empfehlung: ★★★★☆

Hier würde ich jederzeit wieder übernachten.

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